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Wahlkampf in Amerika : Melania Trump steigt in den Ring

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Melania Trump macht Wahlkampf für ihren Gatten Donald. In Berwyn unweit der Stadt Philadelphia wirbt sie vor allem die die Stimme von Frauen. Bild: AP

Kurz vor der Entscheidung wagt sich Melania Trump in den amerikanischen Wahlkampf. Die Gattin von Donald Trump wirbt in ihrer ersten Rede seit Monaten vor allem um die Stimmen der Frauen.

          Wenige Tage vor der Präsidentenwahl hat Melania Trump ihre Premiere als Solo-Wahlkämpferin absolviert. In einer 20-minütigen Rede warb das frühere Fotomodell in Berwyn im amerikanischen Bundesstaat Pennsylvania am Donnerstag (Ortszeit) für ihren Mann, den rechtspopulistischen Republikaner Donald Trump. In ihrer Rede bemühte sie sich insbesondere, dem Ruf ihres Mannes als übergriffiger Macho entgegenzutreten. Mehrere Frauen hatten ihm sexuelle Attacken vorgeworfen. „Er respektiert Frauen und er bietet ihnen gleiche Chancen“, beteuerte die gebürtige Slowenin vor rund tausend Zuhörern. Sie selbst sei eine „unabhängige Frau“, die sich als First Lady als „Kämpferin für Frauen und Kinder“ engagieren wolle.

          Melania Trump spielte in ihrer Ansprache auch auf die Neigung ihres Mannes zu provozierenden Äußerungen an. „Er weiß schon, wie man Dinge aufwirbelt, oder?“, fragte sie - und legte selbst ein Bekenntnis zu guten Umgangsformen ab: „Wir müssen einander mit Respekt und Freundlichkeit begegnen, auch wenn wir nicht einer Meinung sind.“

          Hillary Clinton liegt vor allem bei den Frauen mit höheren Bildungsabschlüssen deutlich vorne. Sie sind eine ihrer wichtigsten Wählergruppen.

          Frau Trump bemühte sich, ein weicheres Bild des oft polternden und ausfälligen Präsidentschaftskandidaten zu zeichnen. Donald Trump habe einen tiefen Respekt und große Liebe für Amerika. „Er wird ein phantastischer Präsident der Vereinigten Staaten sein“, sagte sie. Ihr Ehemann sei von den Problemen durchschnittlicher Amerikaner immer sehr bewegt gewesen und wolle nun helfen, die Probleme des Landes zu lösen. Trump werde als Präsident nur den Menschen verantwortlich sein und niemandem sonst. „Lasst uns Amerika wieder großartig machen - das ist für Donald nicht nur ein Slogan, das treibt ihn vom ersten Tag an um, an dem ich ihn traf“, sagte die Trump-Gattin. Donald sei immer sehr aufgebracht gewesen, wenn eine Fabrik etwa in Ohio oder in Pennsylvania geschlossen worden sei.

          Melania Trump: „Es wäre mir eine Ehre, diesem Land zu dienen. Ich werde eine Anwältin der Frauen und Kinder sein.“

          Trump sagte zu ihrer Rolle als möglicher First Lady, sie werde sich jeden Tag dafür einsetzen, das Leben von Frauen in Amerika zu verbessern. „Es wäre mir eine Ehre, diesem Land zu dienen. Ich werde eine Anwältin der Frauen und Kinder sein“, sagte sie.

          „Das größte Privileg der Welt“

          Die Frau des Kandidaten, der unter anderem ganze Bevölkerungsgruppen reihenweise beleidigt hat, sagte: „Unsere Kultur ist zu rau und zu gemein geworden, vor allem zu Kindern und Jugendlichen.“ Sie warnte vor den Gefahren von Online-Mobbing, seien soziale Medien doch ein zentraler Bestandteil des Lebens. Donald Trump ist für wüste Ausfälle auf Twitter bekannt. Seine Frau sagte, man müsse der Jugend wieder amerikanische Werte lehren.

          Für sie sei Amerika immer eine Art Sehnsuchtsort gewesen, sagte Trump, die aus Slowenien stammt. „Amerika, das meinte für mich: Wenn Du es träumen kannst, kannst Du es auch bekommen.“ Trump sagte: „Bürger der Vereinigten Staaten zu sein, das ist eines der größten Privilegien der Welt.“

          Die vorherige Rede von Melania Trump war nicht gut ausgegangen. Sie hatte Teile ihrer Ansprache auf dem Parteitag der Republikaner im Juli bei First Lady Michelle Obama abgekupfert. Trump war dafür schwer kritisiert worden.

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