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Millionen Tonnen mehr Ausstoß? : So will Trump Obamas Kohle-Politik ändern

  • Aktualisiert am

Das Kohlekraftwerk Scherer in Georgia ist einer der größten CO2-Produzenten der Vereinigten Staaten. Bild: AP

Dass Donald Trump die Klimapolitik seines Vorgängers über den Haufen werfen will, ist bekannt. Nun werden die Details bekannt, die der amerikanische Präsident am Dienstag vorstellen will.

          Der amerikanische Präsident Donald Trump will am Dienstag einen Plan präsentieren, der zu deutlich steigenden CO2-Emissionen von Kohlekraftwerken führen dürfte. Amerikanische Medien, etwa die „New York Times“ berichten übereinstimmend, dass Trump die Regulierung der Kohlekraftwerke den einzelnen Bundesstaaten überlassen will. Das wäre ein deutlicher Bruch mit der Klimapolitik seines Vorgängers Barack Obama. Schon vor rund einem Jahr hatte die Trump-Regierung den Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommens von 2015 vollzogen.

          Der ehemalige Präsident Obama hatte noch geplant, ein Energieversorgungsnetz mit sauberen Trägern zu etablieren. Nun aber sollen die Bundesstaaten nicht mehr dazu verpflichtet werden, die Energiegewinnung von Kohlekraftwerken zu drosseln. Sie sollen wieder auf deren volle Kraft zurückgreifen können. Damit macht Donald Trump offenbar seine Ankündigungen wahr, der „Kriegserklärung an die Kohle“ zu beenden. Schon zuvor drängte seine Regierung die Netzbetreiber dazu, wieder auf mehr Energie von Kohlekraftwerken zu setzen. Die Stilllegung der Kraftwerke würde das nationale Elektrizitätsnetzwerk bedrohen, erklärte Trump.

          Die Erzeugung von Elektrizität sorgt gemeinsam mit dem Transportsektor in den Vereinigten Staaten für mehr als die Hälfte der Ausschüttung von Kohlenstoffdioxidemissionen, wie die Umweltschutzbehörde Amerikas mitteilte. Michelle Bloodworth, Präsident der amerikanischen Koalition für eine kohlefreie Energieversorgung, teilte mit, dass 40 Prozent der Kohlekraftwerke der Vereinigten Staaten bereits abgeschaltet worden sind oder ihre Schließung bereits festgelegt wurde.

          Der Vorschlag Trumps könnte ihm bei den Zwischenwahlen um das Repräsentantenhaus vor allem in den Regionen helfen, in denen noch Kohlekraftwerke stehen, schreibt die . Dort haben die Republikaner allerdings traditionell ein Übergewicht, weshalb dieser Schritt auch zum Risiko werden könnte. Fast alle Demokraten sind Befürworter von klimaschutzpolitischen Maßnahmen. Mit seiner Entscheidung könnte Trump sie verstärkt zu den Wahlurnen drängen.

          NYT bezieht sich auf eine Zusammenfassung und drei Quellen, die das komplette Dokument gesehen haben. Bislang gibt es allerdings noch keine Bestätigung über die Berichte. Offizielle des Weißen Hauses und der Umweltbehörde haben bislang nicht auf Anfragen reagiert, schreibt die „New York Times“.

          Transportgeräte stehen in einem Kohle-Verladehafen in Ohio.

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