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Pressestimmen zum TV-Duell : Nur der „Telegraph“ lobt Trump

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Für die italienische Zeitung „Il Corriere della Sera“ ist es Clinton in der Debatte gelungen, die „Agenda zu bestimmen“. Trump habe im Gespräch weniger subversiv gewirkt, als man es von ihm gewohnt sei. Er habe gleich zu Beginn signalisiert, auf Schläge unter die Gürtellinie verzichten zu wollen, obwohl ihn gerade diese Eigenschaft erst zum Präsidentschaftskandidaten gemacht habe. Clinton habe sich im Verlauf der Debatte skrupelloser gezeigt als von ihr erwartet. Außerdem sei es ihr gelungen, mit ihrer außenpolitischen Erfahrung zu punkten – allerdings ohne zu erklären, wie sie es schaffen wolle, Veränderungen herbeizuführen und gleichzeitig der Linie Obamas treu zu bleiben.

„Clinton und Trump geraten in der ersten Debatte im Präsidentschaftswahlkampf über ihre Vergangenheit und ihre Pläne heftig aneinander“ titelt die „Los Angeles Times“. Die Rivalen hätten dabei „ihre tiefe gegenseitige Abneigung gezeigt“. Von Beginn an sei die Debatte „asymmetrischer Natur“ gewesen, da Clinton eine viel erfahrenere Rednerin sei. Seinen Frust darüber habe Trump nur damit kompensieren können, dass er „unbedachte Bemerkungen machte“ oder den Moderator um mehr Redezeit bat.

Für die „New York Post“ war Trumps Auftritt ein „Schlag ins Gesicht seiner Unterstützer“, und zwar wegen seiner „Inkompetenz in der Debatte“. Clinton sei „langweilig, aber außerordentlich gut vorbereitet gewesen“, Trump zwar aufregend, aber „erbärmlich undiszipliniert“. Durch seine „Selbstüberschätzung und Faulheit“ habe er sich dazu hinreißen lassen, die Kontrolle über die folgenden „95 entscheidenden Minuten“ seines Lebens abzugeben. Clinton habe diese Fahrlässigkeit auszunutzen gewusst.

Auch die amerikanische Nachrichten- und Meinungswebsite „The Daily Beast“ stellt Trump ein schlechtes Zeugnis aus. Sie titelte: „Auf seiner bisher größten Bühne bleibt Donald Trump klein“. Er habe sich als eine „zufällige Mischung aus Vorwahl-Trump, Wahlkampf-Trump und Twitter-Trump“ präsentiert.

Selbst der als konservativ bekannte Fernsehsender „Fox News“ kommentiert auf seiner Internetseite: „Hillary gewann die erste Debatte (es hilft, vorbereitet zu sein)“. Obwohl das erste Drittel des Gesprächs „für die Trump-Kampagne einem Traum geglichen“ habe, habe der republikanische Kandidat gute Gelegenheiten verpasst und sich von Clintons guter Vorbereitung ausstechen lassen. Nach der Debatte sei klar gewesen, warum Clinton „in jeder Umfrage zu Qualifikationen, Erfahrung und Temperament“ vorn liege.

Der arabische Nachrichtensender „Al Jazeera“ erklärt, Trump habe von Anfang an versucht, „das Bild eines nicht funktionierenden Amerikas zu zeichnen“, für das Politiker wie Hillary Clinton verantwortlich seien. Auf diese These habe Trump seine ganze Angriffslinie aufgebaut, auch weil er wisse, dass viele Amerikaner diese Ansicht teilten. Clinton sei es hingegen gelungen, Trumps „berühmte Dünnhäutigkeit“ auszunutzen, indem sie immer wieder auf seine Finanzen und seine Geschäftspraxis zurückgekommen sei.

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