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Parteitag der Demokraten : Clinton lässt sich schon mal blicken

  • Aktualisiert am

Der Präsident und seine mögliche Nachfolgerin: Barack Obama und Hillary Clinton Bild: AFP

Einen Tag vor ihrer großen Rede legt Hillary Clinton auf dem Parteitag einen Kurzauftritt hin, um Präsident Obama in den Arm zu nehmen. Unterhaltsamer waren zuvor aber die Attacken gegen Donald Trump.

          Hillary Clinton ist überraschend auf dem Demokraten-Parteitag in Philadelphia erschienen. Die Präsidentschaftskandidatin trat am Abend auf die Bühne, just als Präsident Barack Obama seine umjubelte Rede beendet hatte, sprach aber nicht zu den Delegierten. Obama und seine mögliche Amtsnachfolgerin nahmen sich herzlich in den Arm. Clinton war am Dienstag als Präsidentschaftskandidatin nominiert worden und wird am Donnerstag zum Parteitag sprechen.

          Verbunden mit einer eindringlichen Warnung vor Donald Trump empfahl Obama Clinton für seine Nachfolge. „Es hat noch nie jemanden gegeben, weder mich selbst noch Bill (Clinton), der so gut für das Amt vorbereitet war“, sagte Obama unter dem Jubel von mehr als 4700 Delegierten auf dem Parteitag der Demokraten in Philadelphia. „Die Demokratische Partei ist in guten Händen“, betonte er.

          Lob von Obama

          Hillary Clinton habe in ihrer politischen Karriere Stehvermögen bewiesen. „Ich habe vier Jahre einen Sitz in der ersten Reihe gehabt“, sagte Obama über die Zusammenarbeit mit Clinton als Außenministerin zwischen 2009 und 2013. Er habe ihre Intelligenz, ihr Urteilsvermögen und ihre Disziplin schätzen gelernt. Donald Trump, der Kandidat der Republikaner, biete dagegen keine Lösungen an. „Er bietet nur Slogans und Angst“, sagte Obama.

          „Wer noch nicht an diesem Schreibtisch gesessen hat, der weiß nicht, was es heißt, eine weltweite Krise zu managen oder junge Menschen in den Krieg zu schicken“, so Obama weiter. „Hillary war in diesem Raum, sie war Teil dieser Entscheidungen.“ Clinton wisse, was die Entscheidungen der Regierung bedeuten für Arbeiter, Senioren, kleine Firmen, Soldaten und Kriegsveteranen. „Sie gibt niemals auf.“

          Attacken gegen Trump

          Mit scharfen Angriffen auf den Republikaner- Kandidaten Donald Trump riefen weitere führende Demokraten zur Unterstützung von Clinton auf. „Wir können nicht einen Mann wählen, der unsere Ängste vor dem Islamischen Staat ausbeutet, selbst aber überhaupt keinen Plan hat“, sagte Vizepräsident Joe Biden. „Donald Trump würde uns tatsächlich unsicherer machen“, betonte er. „Als Amerikaner können wir das schlicht nicht zulassen. Punkt.“

          Sein letzter Parteitag als Präsident: Barack Obama betritt die Bühne in Philadelphia.

          Der zum Auftakt des dritten Tages vom Parteitag nominierte Kandidat für das Amt des Vizepräsidenten, Tim Kaine, machte sich über Trump lustig und ahmte seine typische Sprache nach? „Gibt es irgendjemanden, der ihm Glauben schenkt?“, fragte Kaine. „Er sagt Dir niemals, wie er das machen will, wovon er sagt, er wolle es machen.“ Kaine war früherer Gouverneur des für die Wahl wichtigen Bundesstaates Virginia.

          Bloomberg stellt sich hinter Clinton

          Auch der frühere Bürgermeister von New York, der parteilose Michael Bloomberg, fuhr schwere Geschütze gegen Trump auf. „Es gibt Zeiten, da stimme ich mit Hillary Clinton nicht überein“, sagte er. „Aber wir müssen alle Meinungsverschiedenheiten beiseite legen, zum Wohle unseres Landes. Und wir müssen uns hinter die Kandidatin stellen, die einen gefährlichen Demagogen schlagen kann“, betonte Bloomberg und fügte hinzu: „Ich bin ein New Yorker und wir New Yorker erkennen einen Betrüger, wenn wir ihn sehen.“

          Am Donnerstag sollte Hillary Clinton bei einer großen Parteitagsrede zum Abschluss und Höhepunkt des Konvents ihre Nominierung offiziell annehmen. Der Parteitag hatte sie am Dienstag mit deutlicher Mehrheit der 4700 Delegierten nominiert. Ihr knapp unterlegener Vorwahlgegner Bernie Sanders räumte seine Niederlage ein und schlug die Nominierung vor.

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