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Trump-Kommentar : Binnen 120 Tagen

Donald Trump im diplomatischen Empfangsraum des Weißen Hauses in Washington (Archivbild) Bild: dpa

Das Atomabkommen mit Iran ist alles andere als perfekt. Aber es bremst das iranische Atomprogramm wesentlich. Amerika würde sich mit einer Kündigung selbst isolieren.

          Das Abkommen, das Irans Atomprogramm einfrieren soll, wurde unter Präsident Obama geschlossen. Für dessen Nachfolger ist das allein Grund genug, so kommt es einem vor, warum der Deal einer der schlechtesten in der amerikanischen Geschichte sei.

          Nun ist das Abkommen alles andere als perfekt, aber es bremst das iranische Atomprogramm ganz wesentlich. Präsident Trump hat jetzt zwar die mit der Übereinkunft verbundene Aussetzung der Sanktionen bestätigt, aber die an den damaligen Verhandlungen beteiligten Europäer aufgefordert, binnen 120 Tagen schärfere Vorgaben zu formulieren. Das sei die letzte Chance für das Abkommen.

          Bislang haben weder die europäischen Verbündeten noch China und Russland die kleinste Andeutung gemacht, dass sie willens seien, auf Trumps Forderung einzugehen; Teheran sowieso nicht. Ist Trumps Drohung ernst gemeint, läuft es auf die Kündigung des Abkommens hinaus.

          In einer Zeit großer internationaler Unruhe wäre das ein fataler Schritt, der Amerika isolierte. Schlimmer noch, Iran würde sein Atomprogramm wieder hochfahren. Wer kann das wollen?

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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