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James Mattis : Kein Ja-Sager

Dass mit James Mattis ein hochangesehener Militär Donald Trump vernichtend kritisiert, sagt viel über den Zustand der amerikanischen Politik. Jetzt zeigt sich, wer die wahren Staatsmänner sind.

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          Als er James Mattis zu seinem Verteidigungsminister machte, überschüttete ihn Donald Trump förmlich mit schwärmerischem Lob. Und tatsächlich wirkte der Marineinfanterie-General beruhigend auf all jene, die den Einzug eines unerfahrenen, selbstverliebten und charakterlich instabilen Präsidenten ins Weiße Haus mit großer Skepsis sahen.

          Als Mattis Ende Dezember 2018 aus dem Amt schied, war es vorbei mit der Wertschätzung: Trump hatte nur noch Spott und Verachtung für ihn übrig. Jetzt nennt er ihn den „am meisten überschätzten General der Welt“. Warum? Weil Mattis mit dem Oberbefehlshaber auf eine Weise abrechnet, die in moralischer Prinzipienfestigkeit und politischer Überzeugungskraft vorbildlich ist. Trump, der lieber Kriecher und Ja-Sager um sich hat, kann gar nicht anders, als gekränkt mit Herabwürdigung zu reagieren. Das ist sein Niveau.

          Mattis ist entsetzt darüber, dass Trump damit gedroht hat, Militär gegen Demonstranten einzusetzen; er ist empört darüber, wie der Präsident seine Autorität missbraucht hat, um ein paar Schmierenbilder zu bekommen. Der Hauptvorwurf aber ist der: Seit drei Jahren hat Amerika einen Präsidenten, der das Land nicht eint, sondern spaltet; seit drei Jahren ist es ohne „reife Führung“. Vernichtender könnte die Kritik nicht sein.

          Dass ein hochangesehener Militär sie äußert, der sich der Verfassung und der Traditionen des Landes verpflichtet fühlt, sagt viel über den Zustand der amerikanischen Politik. Jetzt zeigt sich, wer die wahren Staatsmänner sind.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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