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Nach Mueller-Bericht : Kreml weist abermals Einmischung in amerikanischen Wahlkampf zurück

  • Aktualisiert am

Trump und Putin in Helsinki im Juli 2018 Bild: dpa

Laut des amerikanischen Justizministers hat Robert Mueller keine Verschwörung von Trumps Wahlkampfteam mit Russland festgestellt – aber eine Wahleinmischung im Auftrag der russischen Führung. Moskau bezeichnet die Vorwürfe als „haltlos“.

          Russland hat auch nach dem Abschlussbericht des amerikanischen Sonderermittlers Robert Mueller jede Beeinflussung der amerikanischen Präsidentenwahl 2016 zurückgewiesen. Kreml-Sprecher Dmitrij Peskow sagte am Montag: „Unser Land hat sich niemals in die inneren Angelegenheiten anderer Länder eingemischt, die Vereinigten Staaten eingeschlossen.“ Alle Vorwürfe seien „haltlos“, bekräftigte Peskow.

          Nach fast zweijährigen Ermittlungen hatte Mueller am Freitag seinen Abschlussbericht zur sogenannten Russland-Affäre um den amerikanischen Präsidenten Donald Trump vorgelegt. Laut der vom amerikanischen Justizminister William Barr veröffentlichten Zusammenfassung kommt Mueller zu dem Ergebnis, dass Russland massiv versucht hat, die amerikanische Präsidentenwahl durch Desinformationskampagnen im Internet und mit Hilfe gehackter E-Mails zu beeinflussen. Mueller habe aber keine Beweise für eine Verschwörung von Trumps Wahlkampfteam und Moskau gefunden.

          Kreml-treue Duma-Vertreter begrüßten Muellers Abschlussbericht. Er biete Russland und den Vereinigten Staaten, deren Beziehungen derzeit auf einem Tiefpunkt sind, die Chance für einen Neustart auf vielen Gebieten, zitierte die russische Nachrichtenagentur RIA Nowosti den Vorsitzenden des außenpolitischen Senats-Ausschusses, Konstantin Kossatschow.

          In den Vereinigten Staaten fielen die Reaktionen auf Muellers Bericht unterschiedlich aus. Die demokratischen Oppositionsführer Nancy Pelosi und Chuck Schumer forderten, es sei „dringend“ erforderlich, dass der „vollständige Bericht und alle mit ihm verbundenen Dokumente veröffentlicht werden“. Barr sei nicht „neutral“. Dessen Brief an den amerikanischen Kongress werfe genauso viele Frage auf wie er Antworten liefere.

          Das Umfeld Trumps wertete Muellers Bericht hingegen als Erfolg. Die Beraterin des Präsidenten, Kellyanne Conway, „gratulierte“ dem Präsidenten am Sonntag und twitterte: „Heute haben Sie die Wahlen 2016 noch einmal gewonnen. Und für die Wahlen 2020 ein Geschenk bekommen.“

          Auch Trump selbst zeigte sich erfreut über das Ergebnis. Auf Twitter schrieb er, der Bericht sei eine „komplette und völlige Entlastung“.

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