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Konflikt mit Iran : Der Schlüssel liegt in Washington

  • -Aktualisiert am

Donald Trump Bild: EPA

Trump hatte recht, als er die destabilisierende Rolle Irans zum Thema machte. Aber er hat die Sache falsch angepackt. Er wird sich ungern korrigieren – und das offene Kräftemessen am Golf könnte weitergehen.

          In der Konfrontation mit dem Westen und seinen Nachbarn spielt Iran mit einem Einsatz, der nicht so hoch ist, wie es erscheinen mag. Einen britischen Tanker festzusetzen ist kein übermäßig riskanter Schachzug, denn über imperiale Größe verfügt Großbritannien nur in der Traumwelt der Brexiteers. Weder wird das Land einen Krieg gegen Iran führen wollen, noch können britische Sanktionen große Wirkung entfalten.

          Und die Vereinigten Staaten, früher die großen Verbündeten und Waffenbrüder Londons, scheuen derzeit sogar einen militärischen Konflikt, wenn sie selbst angriffen werden; das hat ihr Präsident jüngst sehr deutlich gemacht.

          Teheran fühlt sich stark

          Wie schon bei den vorherigen Zwischenfällen nutzt Iran gezielt aus, dass fast alle westlichen Gesellschaften mit sich selbst beschäftigt sind. Die Führung in Teheran fühlt sich so stark, dass sie nicht einmal ihre wahren Motive verschleiert. Es geht ihr um Vergeltung für die Sanktionen und die Festsetzung eines iranischen Schiffes durch Großbritannien.

          Als Trump vor einem Jahr einseitig das Atomabkommen zerstörte, sah die Lage in Nahost so aus: Iran stieß aggressiv nach Arabien vor, das Atomprogramm des Landes war aber unter internationaler Kontrolle. Heute stößt Iran immer noch aggressiv nach Arabien vor, baut sein Atomprogramm wieder aus, und der für die Weltwirtschaft so wichtige Schiffsverkehr durch die Straße von Hormuz wird gestört. Das muss man erst einmal hinbekommen.

          Trump packte die Sache falsch an

          Das „wahrhaft stabile Genie“ (Trump über sich selbst) hat es sogar geschafft, dass die Iraner als Vorbedingung für Gespräche Forderungen erheben, die weit über das hinausgehen, was früher auf dem Verhandlungstisch lag, etwa ein Ende der amerikanischen Waffenlieferungen an die arabischen Golf-Anrainer.

          Deutschland und Frankreich haben sich am Wochenende erst einmal auf die Seite der Briten gestellt. Das ist vernünftig. Am meisten hätten die Iraner davon, wenn sich nun auch noch die Europäer spalten ließen. Es ändert allerdings nichts daran, dass der Schlüssel zur Beilegung der Krise in Washington liegt.

          Trump hatte recht, als er die destabilisierende Rolle Irans in der Region zum Thema machte. Aber er hat die Sache falsch angepackt. Da er sich ungern korrigieren wird, schon gar nicht im Wahlkampf, könnte das offene Kräftemessen am Golf erst einmal weitergehen.

          Nikolas Busse

          Verantwortlicher Redakteur für die Frankfurter Allgemeine Woche und stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik (F.A.Z.).

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