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Kommentar zum „Shutdown“ : Kindisch statt sachlich

  • -Aktualisiert am

Nancy Pelosi verbietet Trump die Rede zur Lage der Nation. Bild: EPA

Mit einem „Shutdown“ trägt die amerikanische Politik ihren Streit auf den Kosten des Bürgers aus. Allzu großes Mitleid muss man mit den amerikanischen Wählern aber nicht haben.

          Donald Trump hat die Präsidentenwahl vor zwei Jahren unter anderem deshalb gewonnen, weil er behauptet hat, er werde in Washington, wo keiner mehr an die einfachen Leute denke, alles anders machen. Inzwischen beteiligt er sich recht gerne an den politischen Spielchen und Winkelzügen, die seit vielen Jahren in der Hauptstadt üblich sind.

          Ein „Shutdown“ ist ein brutales Instrument, mit dem die amerikanische Politik ihren Streit auf Kosten des Bürgers austrägt, der weiter Steuern zahlen muss, dafür aber nichts bekommt. Die harte Linie der Demokratin Nancy Pelosi, die als neue Sprecherin des Repräsentantenhauses jetzt Oppositionsführerin ist, wird man aber auch nicht gerade als staatstragend bezeichnen können.

          Dass sie Trump die Rede zur Lage der Nation verweigert, wirkt kindisch, denn wie in vielen westlichen Ländern erfordert die komplexe Migrationspolitik auch in den Vereinigten Staaten zuallererst einmal eine sachliche Debatte. Allzu großes Mitleid muss man mit den amerikanischen Wählern aber nicht haben. Sie waren es, die diese Leute in ihre Ämter gebracht haben.

          Nikolas Busse

          Verantwortlicher Redakteur für die Frankfurter Allgemeine Woche und stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik (F.A.Z.).

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