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Unerwünscht in Pittsburgh : Kein Trost von Trump

  • -Aktualisiert am

Menschen protestieren gegen Trumps Besuch in Pittsburgh. Bild: AFP

Es genügt nicht, wenn Trump nach Terrortaten ein paar Worte über Zusammenhalt verliest. Er müsste es sich auch sonst verkneifen, Gruppen gegeneinander aufzuhetzen. Doch er wird es nicht lassen – weil es funktioniert.

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          Donald Trump konnte es am Dienstag nicht richtig machen. Obwohl Pittsburghs Bürgermeister sowie Zehntausende Einwohner den Präsidenten zur unerwünschten Person erklärt hatten, reiste Trump an, um den elf getöteten Mitgliedern der jüdischen Gemeinde Respekt zu erweisen und den verletzten Polizisten Mut zuzusprechen. Hätte er darauf verzichtet, wäre ihm das genauso übel ausgelegt worden.

          Natürlich sieht das Weiße Haus darin einen weiteren Beleg dafür, dass voreingenommene „Fake-News-Medien“ das Klima vergiftet hätten. Doch der Präsident hat sich selbst in diese Zwickmühle manövriert. Um die Rolle des Trösters der Nation erfüllen zu können, genügt es nicht, nach Massenmorden, Terrortaten und sonstigen Katastrophen ein paar gesetzte Worte über die Liebe oder den Zusammenhalt zu verlesen.

          Trump müsste es sich auch sonst verkneifen, gesellschaftliche Gruppen gegeneinander aufzuhetzen, politische Gegner persönlich zu verunglimpfen oder Ängste gegen Minderheiten zu schüren. Doch er wird es nicht lassen, erst recht nicht im Wahlkampf – denn es funktioniert immer noch.

          Andreas Ross

          Verantwortlicher Redakteur für Politik Online und stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Nachrichten.

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