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Keine Kostenübernahme : Trump streicht Familien die Verhütung

  • Aktualisiert am

Anti-Baby-Pillen könnten in den Vereinigten Staaten in Zukunft schwerer verfügbar sein. Bild: dpa

Mit der Abschaffung von Obamacare ist Donald Trump bisher gescheitert, nun bringt er aber eine folgenreiche Änderung auf den Weg. Davon betroffen sind tausende Familien.

          Keine Kostenübernahme mehr für die Antibabypille: Die Regierung des amerikanischen Präsidenten Donald Trump hat eine entsprechende Leistungspflicht aus der Gesundheitsreform von Trumps Vorgänger Barack Obama gestrichen. Wie es am Freitag in einer Mitteilung des Gesundheitsministeriums in Washington hieß, sind sämtliche Arbeitgeber des Privatsektors künftig nicht mehr dazu verpflichtet, einen Krankenversicherungsschutz anzubieten, der die Pille und andere Verhütungsmittel einschließt.

          Die Streichung dieser Klausel solle die „moralischen Überzeugungen von bestimmten Institutionen und Individuen schützen“, erklärte das Ministerium. Die potenziellen Folgen sind weitreichend und betreffen Millionen von Bürgern: Rund die Hälfte der Bevölkerung der Vereinigten Staaten bezieht ihre Krankenversicherung über den Arbeitgeber.

          Die „Pille auf Krankenschein“ war eines der am stärksten umstrittenen Elemente in der Gesundheitsreform des damaligen Präsidenten Barack Obama. Das sogenannte Verhütungsmandat ging weit über entsprechende Regelungen in Deutschland hinaus, wo die Krankenkassen kostenlose Verhütung nur für Frauen bis 21 Jahre voll übernehmen.

          Frauenverbände kündigen Klage an

          Mit ihrem Vorgehen erfüllt die amerikanische Regierung eine Forderung konservativ-christlicher Gruppen, die seit Jahren Front gegen kostenlose Verhütungsmittel machen. Vor dem Supreme Court erwirkten sie vor drei Jahren bereits, dass Familienunternehmen aus religiösen Gründen ihren weiblichen Arbeitnehmern diese Versicherungsleistung verweigern dürfen.

          Laut Gesundheitsministerium haben „99,9 Prozent der Frauen“ auch weiterhin kostenfreien Zugang zu Verhütungsmitteln. Kritiker bestreiten diese Zahl. Frauenverbände kündigten Klagen gegen die Einschränkung des „Verhütungsmandats“ an.

          Trump hatte im Wahlkampf angekündigt, das als „Obamacare“ bezeichnete Gesundheitssystem seines Vorgängers zu kippen. Mehrere entsprechende Anläufe seiner republikanischen Verbündeten im Kongress scheiterten jedoch in den vergangenen Monaten, so dass das System weiter in Kraft ist.

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