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Wahl in Amerika : Warum Trump Hillary Clinton schlagen kann

  • -Aktualisiert am

Donald Trumps Chancen auf die Präsidentschaft stehen nicht schlecht. Er hat eine ganz bestimmte Strategie. Bild: AFP

Kann Donald Trump amerikanischer Präsident werden? Entscheidend sind die wenigen heißumkämpften Staaten. Dort muss der designierte Kandidat der Republikaner die weißen Wutbürger zur Wahl am 8.November mobilisieren.

          11 Min.

          Im November 2012 stellte Mitt Romney einen Rekord auf. Seit Ronald Reagan hatte kein Präsidentschaftskandidat mit so klarem Vorsprung die größte Wählergruppe für die Republikaner gewonnen: die Weißen. Nur hatte Romney nichts davon.

          Andreas Ross

          Redakteur in der Politik.

          Insgesamt bekam Barack Obama fast fünf Millionen Stimmen mehr. Meisterhaft mobilisierte der Präsident Schwarze und Latinos. So gewann er die meisten der besonders umkämpften „Schlachtfeldstaaten“. Gut 51 Prozent der Stimmen reichten Obama für fast 62 Prozent der Wahlleute im maßgeblichen „electoral college“.

          Binnen Tagen wollten führende Republikaner Romneys Kardinalfehler ausgemacht haben. Mit der Forderung nach „Selbstdeportationen“ habe er Wähler lateinamerikanischer Abstammung vergrault. Um wieder ein Bein auf den Boden des immer bunteren Amerikas zu bekommen, müssten sich die Konservativen beim Einwanderungsrecht großzügig zeigen. Das Magazin „Time“ erklärte Marco Rubio, einen Jungsenator mit kubanischen Eltern, zum „Erlöser der Republikaner“.

          „Make America great again“

          Doch in New York mochte ein besonders grimmiger Obama-Verächter den neuen Latin Dance der Republikaner nicht mittanzen. Sechs Tage nach Romneys Niederlage ließ sich Donald Trump eine Parole für politische Zwecke patentieren: „Make America Great Again.“

          Vier Monate später legte der Parteiapparat der Republikaner, das RNC, eine Wahlanalyse vor. Intern wurde sie „Autopsie“ genannt. Die Pathologen attestierten der Partei, dass sie sich selbst „marginalisiert“ habe. Junge Leute, so hieß es, „rollen beim Gedanken an die Republikaner mit den Augen“, denn sie hielten die Partei für einen Verein „spießiger alter Herren“.

          Vor allem müsse man den Ton gegenüber Latinos ändern. Der Umgang mit illegalen Einwanderern sei dabei ein „Lackmustest“: „Egal, was wir über Bildung, Arbeitsplätze oder die Wirtschaft sagen: Solange hispanische Wähler glauben, wir wollten sie hier nicht, hören sie uns nicht zu.“

          Latinos als Lieblingsfeind Trumps

          Auf elf Seiten führten die Autoren aus, warum die Annäherung an Minderheiten nötig sei. „Bis 2050 dürfte der hispanische Anteil an der Bevölkerung von derzeit 17 auf 29 Prozent steigen“, hieß es. Nichthispanische Weiße stellten dann nicht mehr die Mehrheit. Trump beeindruckte das nicht. Auf Twitter fragte er: „Ist das RNC lebensmüde?“ Kaum jemand nahm 2013 Notiz von den Tweets des erratischen Fernsehpromis und Baulöwen.

          Zwei Jahre später aber kündigte Trump mit einer Tirade über „mexikanische Vergewaltiger“ seine eigene Präsidentschaftskandidatur an. Er versprach, die Vereinigten Staaten mit einer Mauer von ihrer südlichen Nachbarschaft abzuschotten. Mexiko werde die „Great Wall of Trump“ sogar bezahlen.

          Bilderstrecke

          Seither hat sich der Kandidat mit vielen Leuten angelegt, aber die Latinos blieben eine Art Lieblingsfeind. Im Juni drosch Trump tagelang verbal auf einen Bundesrichter ein, der ihn in einem Verfahren gegen die „Trump University“ unfair behandele, weil er „Mexikaner“ sei. Dabei war der Jurist in Indiana zur Welt gekommen.

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