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Künftiges Kabinett : Trump ernennt Kreml-Freund zum Außenminister

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Ein Öl-Manager wird Außenminister: Rex W. Tillerson Bild: Reuters

Diese Personalie hat Sprengkraft: Trump möchte den ExxonMobil-Chef Rex Tillerson zum neuen amerikanischen Außenminister machen. Tillerson wurde vom Kreml ausgezeichnet und pflegt enge Geschäftsbeziehungen mit den Russen.

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          Für einen der wichtigsten Posten seiner Regierung nominiert der künftige amerikanische Präsident Donald Trump einen Öl-Manager mit engen Verbindungen nach Russland, aber ohne politische Erfahrung: Der Vorstandsvorsitzende des Konzerns ExxonMobil, Rex Tillerson, soll Außenminister werden. Das bestätigte Trump am Dienstagmorgen in einer Mitteilung, in der Tillerson als einen der erfolgreichsten Unternehmer der Welt bezeichnete.

          Tillerson steht seit 2006 als Vorstandsvorsitzender an der Spitze von ExxonMobil. Der 64 Jahre alte Texaner arbeitet seit Jahrzehnten für den Mineralölkonzern, der einen Umsatz von etwa 300 Milliarden Dollar (gut 280 Milliarden Euro) macht. Mitt Romney, der als Kandidat für das Außenamt gehandelt worden war, gab indirekt bekannt, dass er es nicht werden würde. „Es war eine Ehre, als Außenminister unseres großartigen Landes in Betracht gezogen worden zu sein“, schrieb der ehemalige republikanische Präsidentschaftskandidat bei Facebook. Seine Gespräche mit Trump seien erfreulich und erhellend gewesen, hieß es weiter bei Romney, der sich vor der Wahl deutlich gegen den Immobilienmilliardär ausgesprochen hatte.

          Lob aus dem Kreml

          Nach Trumps Wahlsieg hatte sich Romney zweimal mit ihm getroffen. Tillerson hatte sich in den vergangenen Tagen zum Favoriten entwickelt. Seine Berufung zum Chefdiplomaten würde ganz auf der Linie von Trumps Wahlkampfversprechen liegen, das Verhältnis zu Russland zu verbessern. Tillerson hat enge Verbindungen nach Moskau und auch persönliche Bande zu Präsident Wladimir Putin, von dem er 2013 den Orden der Freundschaft erhielt.

          Die Treffen von Tillerson als Chef von ExxonMobil mit Putin seien stets konstruktiv gewesen, lobte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag. Trump hatte sich im Wahlkampf mehrmals positiv über Putin geäußert. Tillerson könnte im Senat ein hartes Bestätigungsverfahren erwarten, obwohl die Republikaner dort eine Mehrheit haben. Mächtige Senatoren wie John McCain und Lindsey Graham haben angekündigt, sie hätten wegen seiner Russland-Verbindungen Fragen an ihn.

          Bilderstrecke

          Russland steckt nach Einschätzung der amerikanischen Regierung von Präsident Barack Obama hinter Hackerangriffen unter anderem auf die Demokratische Partei während des Präsidentenwahlkampfs. Der Geheimdienst CIA kam nach Medienberichten vom Samstag „mit hoher Sicherheit“ zum Schluss, dass Russland durch Hackerangriffe gezielt in die Wahl eingegriffen habe, um Trump zum Sieg zu verhelfen. Der künftige Präsident wies dies als „lächerlich“ zurück.

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