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Mögliche Wahlanfechtung : Jill Stein sammelt Geld für Neuauszählung

Die Grüne Jill Stein im September 2016 in Chicago Bild: AP

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass eine Beeinflussung der amerikanischen Präsidentenwahl zumindest möglich gewesen sei. Das Clinton-Lager reagierte nicht. Doch die Grünen-Kandidatin Jill Stein will nun noch einmal nachzählen lassen.

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          Jill Stein, die als Kandidatin der Grünen bei der amerikanischen Präsidentenwahl angetreten und ein Prozent der Stimmen erhalten hatte, will die Wahlergebnisse in Wisconsin, Michigan und Pennsylvania anfechten. Auf ihrer Internetseite kündigte Stein an, eine Kampagne zu starten, die das nötige Geld einwerben sollte.

          Oliver Kühn

          Redakteur in der Politik.

          Demnach betragen nur die Gebühren für einen Antrag auf Neuauszählung der Stimmen in Wisconsin 1,1 Millionen Dollar, in Pennsylvania 500.000 Dollar und in Michigan 600.000 Dollar. Stein steht dabei unter Zeitdruck läuft die Frist für die Anträge in Wisconsin doch am Freitag ab, in Pennsylvania am Montag und und in Michigan am Mittwoch. Am Donnerstagnachmittag hatte Stein schon mehr als 2,5 Millionen Dollar durch Spenden eingesammelt.

          In der Ankündigung, die von der Partei stammt, heißt es, die Neuauszählungen sollten erreicht werden, um die Integrität der Wahlen zu gewährleisten. „Es geht hier um mehr als das Ergebnis dieser Wahl. Es geht darum. unsere Demokratie zu beschützen und sicherzustellen, „Wir, die Bürger“ den Ergebnissen vertrauen können“ , heißt es dort. Jill Stein wird mit den Worten zitiert, dass sich nach diesem Wahlkampf, in dem viel über elektronische Einflussnahme gesprochen wurde, viele Bürger sich fragten, ob die Wahlergebnisse verlässlich sind. „Wir verdienen Wahlen, denen wir trauen können“, so Stein.

          Stein und die Partei nehmen mit ihren Bemühungen Bezug auf eine Gruppe von Computerfachleuten, die dem Team von Hillary Clinton mitgeteilt hatten, dass es in den genannten Staaten möglicherweise Unregelmäßigkeiten gegeben habe. Alex Halderman, Direktor des Zentrums für Computersicherheit und Gesellschaft der Universität Michigan und einer der Computerfachleute, nahm am Mittwoch in einem Beitrag Stellung zu den Berichten, die am Mittwoch öffentlich geworden waren.

          Darin schreibt er, dass es sehr einfach gewesen wäre, die Wahlcomputer zu beeinflussen, die Gruppe jedoch keine Anzeichen dafür habe, dass die Wahlmaschinen wirklich gehackt worden seien. Es gehe nur darum, eine sichere Wahl zu gewährleisten. Dazu müssten sowohl die Stimmen nachgezählt, als auch die Computer überprüft werden.

          Das Clinton-Lager, welches von einer Neuauszählung und einer möglichen Stimmverschiebung womöglich profitieren könnte, hat sich bislang nicht zu dem Vorgang geäußert und damit wohl implizit signalisiert, dass sie nicht an einen Erfolg glauben.

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