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Evangelikale und Jerusalem : Christliche Stammwähler von Trump-Entscheidung begeistert

  • Aktualisiert am

Die evangelikale Fernsehpredigerin Paula White (links) mit Präsident Trump im Weißen Haus (Archivbild) Bild: EPA

Weiße Evangelikale aus Amerika sind für Trump eine der wichtigsten Wählergruppen. Den Jerusalem-Beschluss des Präsidenten nennen sie eine „biblische Wahrheit“.

          Bei konservativen christlichen Stammwählern der Republikaner ist Präsident Trumps Anerkennung von Jerusalem als Hauptstadt Israels mit Beifall empfangen worden. Evangelikale seien begeistert, versicherte Fernsehpredigerin Paula White, Vorsitzende von Donald Trumps „Evangelikalem Beraterrat“. Für Christen sei „Israel ein heiliges Land“, und Trump habe sein Wahlversprechen zu Jerusalem eingehalten, „ganz gleich wie laut die Stimmen der Skeptiker und Kritiker“ seien.

          Amerikas Außenpolitik in Bezug auf Israel decke sich nun mit „der biblischen Wahrheit“, dass Jerusalem die „ewige und unteilbare Hauptstadt des jüdischen Staates“ sei, lobte der Präsident des konservativen „Family Research Council“, Tony Perkins. Der Vorsitzende der „Koalition für Glauben und Freiheit“, Ralph Reed, begrüßte den geplanten Umzug der amerikanischen Botschaft nach Jerusalem zu einer Zeit, in der „Israels Feinde“ nicht einmal diplomatische Beziehungen zu Israel hätten.

          Vielen Evangelikalen in den Vereinigten Staaten ist Israels Sicherheit ein großes Anliegen. Die Entstehung des Landes sei von Gott gewollt, erläuterte der baptistische Fernsehprediger Pat Robertson jüngst in einer Ansprache. Für evangelikale Christen sei „die Heilige Stadt Jerusalem unsere spirituelle Hauptstadt“ und das „Heilige Land zusätzliche Demonstration, dass der Gott der Bibel existiert“.

          Großer Rückhalt für Trump

          Bereits im Mai hatten rund 60 namhafte Evangelikale Trump in einem offenen Brief zu „zügigem Handeln“ zur Anerkennung von Jerusalem als Hauptstadt Israels aufgefordert. Unter den Unterzeichnern befanden sich der Präsident des nationalen Verbandes der christlichen Rundfunkindustrie, die Präsidentin der „Christlichen Koalition für Amerika“ und der Präsident des „Instituts für Religion und Demokratie“.

          Vornehmlich „christliche Aktivisten“ hätten Druck gemacht, dass Trump sein Wahlversprechen zu Jerusalem einhalte, kommentierte die jüdische Zeitung „Forward“ am Mittwoch (Ortszeit). Orthodoxe jüdische Gruppen hätten sich auch eingesetzt, doch manche jüdische Zionisten hätten die Kampagne nur „vom Rand aus“ unterstützt.

          Weiße Evangelikale sind eine wichtige Gruppe für Donald Trump. Sie machen etwa ein Fünftel der Bevölkerung aus. Rund achtzig Prozent der weißen Evangelikalen haben bei der Wahl für Trump gestimmt. Bei einer Umfrage des „Public Religion Research Institute“ erklärten kürzlich 72 Prozent der weißen Evangelikalen, sie seien mit seiner Amtsführung zufrieden. Wichtig sind ihnen Trumps Haltung gegen Abtreibung und sein Versprechen, die Vereinigten Staaten zu den vermeintlich guten alten Zeiten zurückzuführen.

          Anfang Dezember stellte das evangelikale Forschungsinstitut Lifeway Research eine Umfrage vor, wonach jüngere Evangelikale weniger Interesse an Israel haben als ihre Eltern und Großeltern. „Ältere amerikanische Evangelikale lieben Israel, aber viele jüngere machen sich keine Gedanken“, berichtete Lifeway Research. 41 Prozent der Evangelikalen zwischen 18 und 34 Jahren hätten keine „starke Meinung“ zu Israel. Bei der Erhebung wurden 2.002 Menschen befragt.

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