https://www.faz.net/-gpf-8vdej

Militäroperation im Jemen : Vater von gefallenem Soldaten kritisiert Trumps Einsatzbefehl scharf

  • Aktualisiert am

Zornig auf Trump: Der trauernde Vater William Owens mit einem Foto seines im Jemen gefallenen Sohnes William Ryan. Bild: AP

Es war der der erste Militäreinsatz, den Donald Trump als Präsident befahl – und er kostete viele Menschen das Leben. Der Vater des dabei gefallenen Elitesoldaten nennt die Operation gegen Al Qaida im Jemen „dumm“.

          Der Vater eines Ende Januar bei einem Militäreinsatz im Jemen gefallenen amerikanischen Elitesoldaten hat die Mission scharf kritisiert und Ermittlungen gefordert. Bill Owens sagte dem „Miami Herald“ in einem am Sonntag veröffentlichten Interview, die amerikanische Regierung schulde seinem Sohn „eine Untersuchung“ des Einsatzes. Er frage sich, weshalb dieser „dumme“ Militäreinsatz nur knapp eine Woche nach dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump habe sein müssen.

          In den vergangenen zwei Jahren habe es keine Soldaten am Boden im Jemen gegeben, „nur Raketen und Drohnen, weil kein Ziel den Tod eines Amerikaners wert war“, sagte Owens. Es sei unklar, weshalb ausgerechnet jetzt ein solcher Einsatz laufen musste. Die Mission hatte Ende Januar ein Al-Qaida-Camp zum Ziel, das von Soldaten der Spezialtruppe Navy Seals angegriffen wurde. Dabei wurden der in zwölf geheimen Einsätzen hoch dekorierte 36 Jahre alte Soldat William Ryan Owens, 16 Zivilisten und mehrere Al-Qaida-Kämpfer getötet, viele amerikanische Soldaten wurden verletzt.

          Owens sagte nun der Zeitung, er habe es abgelehnt, Trump zu treffen und mit ihm über den Einsatz zu sprechen, als der Sarg mit seinem Sohn Anfang Februar in die Vereinigten Staaten überführt wurde. Das habe sein Gewissen nicht zugelassen. Das Weiße Haus selbst hatte von einem erfolgreichen Einsatz gesprochen, der republikanische Senator und Vietnamkriegsveteran John McCain hatte den Einsatz scharf kritisiert.

          Im Jemen kämpfen seit Anfang 2015 die Huthi-Rebellen gegen die Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi. Seit März 2015 fliegt eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition Luftangriffe auf die Rebellen. Extremistengruppen wie Al Qaida auf der Arabischen Halbinsel (Aqpa) und der „Islamische Staat“ (IS) machen sich den Konflikt zunutze, um ihre Macht in dem Land auszuweiten.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Bundesaußenminister Heiko Maas zu Gast bei Anne Will.

          TV-Kritik: Anne Will : Papiertiger und Weltordnung

          Bei Anne Will diskutieren fünf Deutsche, darunter der Außenminister, über unsere weltpolitischen Befindlichkeiten. Die Frage ist nur, welche Relevanz das überhaupt noch hat – zum Beispiel für Beobachter in Peking.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.