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Der Fluch der Macht? : Die Kushners unter Druck

  • -Aktualisiert am

Nicht mehr unantastbar: Trumps Schwiegersohn Jared Kushner. Bild: AP

Durch Präsidenten-Schwiegersohn Jared sind die Kushners ganz nah an der Macht. Doch das Rampenlicht wird immer mehr zur Last. Denn das Interesse der Behörden an den Geschäften der Familie wächst.

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          Die Kushners sind harte Zeiten gewöhnt – nicht selten brachten sie sie selbst über sich. Jared Kushners Vater Charles wurde im Jahre 2005 wegen Steuerhinterziehung und illegaler Parteispenden zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Da war er bereits Multimillionär, hatte aus dem Immobilienbusiness seines Vaters ein Imperium gemacht, zu dem zeitweise nicht weniger als 25.000 Apartments gehörten. Doch Charles Kushner überwarf sich mit seinem Schwager. Der arbeitete bei den Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung dann mit den Behörden zusammen – und Kushner setzte aus Rache nicht nur eine Prostituierte auf den Mann seiner Schwester an, er schickte auch ein Video des Seitensprungs an diese. Der Skandal beschädigte den Ruf der Familie für Jahre.

          Charles Kushner war lange einer der größten demokratischen Spender im Lande. Jared Kushner war deshalb aus der Perspektive seines Vaters zwar politisch abtrünnig – aber als er dank seiner Heirat mit Donald Trumps Tochter Ivanka Berater im Weißen Haus wurde, da waren die Kushners stolz. Vergessen sollten sie sein, die schmachvollen Jahre: Charles Kushner wird nicht gern daran erinnert, dass er einen Teil seiner Strafe in einem Gefängnis in Alabama absaß, wo sein Job darin bestand, Portemonnaies für andere Leute zusammenzunähen. Jareds glanzvolle Position im Zentrum der Macht würde den guten Ruf der Familie vollständig wieder herstellen, hoffte mancher.

          Doch es kam anders: Jared Kushner ist fast jede Woche mit einer neuen Geschichte in den Schlagzeilen. Sonderermittler Robert Mueller interessiert sich in der Russland-Affäre auch für seine Finanzen – und die Kushner-Familie gerät abermals ins Zwielicht, weil auch ihre Geschäfte wieder die Aufmerksamkeit der Behörden erregen. Jared Kushner hat als Präsidentenberater zwar seine aktive Rolle im Unternehmen aufgegeben, er hält aber nach wie vor Anteile.

          Jared Kushner wird zur Belastung

          Im Weißen Haus machte Jared Kushner in den vergangenen Monaten keine leichte Zeit durch. Erst stufte Stabschef John Kelly seine Sicherheitsfreigabe herab. Dann wurde berichtet, dass Vertreter von vier Staaten diskutiert hätten, wie sie Kushners Geschäftsbeziehungen nutzen könnten, um ihn zu beeinflussen. Laut der „Washington Post“ gehen die Geheimdienste davon aus, dass es in den Vereinigten Arabischen Emiraten, China, Mexiko und Israel solche Erwägungen gab.

          Die Familie Kushner versucht, auch in anderen Ländern Investoren für ihre Immobilienprojekte zu finden und hofft dabei wohl, dass die Verbindung ins Weiße Haus inoffiziell Türen öffnet. Aber dass Jared Kushner im Zentrum der Macht sitzt, hat ihr nicht nur geholfen – die verschiedenen Ermittlungen und die kritische öffentliche Meinung sind eher eine Belastung für die Geschäfte.

          Das ehrgeizigste Projekt, das die Familie in den vergangenen Jahren anpackte, wurde bereits früh Opfer der Trump-Präsidentschaft: Für 7,5 Milliarden Dollar wollte sie eigentlich ihr einundvierzig Stockwerke hohes Bürogebäude an der New Yorker Fifth Avenue abreißen und durch ein zweimal so hohes architektonisches Glanzstück ersetzen. Ein Finanzdeal mit einer chinesischen Firma platzte, weil diese zu enge familiäre Verbindungen zur kommunistischen Partei und der Regierung in ihrem Lande hatte. Das eigentlich zum Abriss bestimmte Haus soll nicht mehr profitabel sein, eine 1,2 Milliarden Dollar schwere Hypothek laufe in zehn Monaten auch noch aus, berichten Medien.

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