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Jared Kushner : FBI nimmt Trumps Schwiegersohn ins Visier

  • Aktualisiert am

Jared Kushner, der Schwiegersohn des amtierenden Präsidenten Trump, aufgenommen am 20. Mai Bild: Reuters

Die Ermittlungen zu möglicher russischer Einflussnahme auf den Wahlkampf haben die Familie des Präsidenten erreicht. Trumps Schwiegersohn und enger Vertrauter soll über einige Treffen Auskunft geben.

          Jared Kushner, Schwiegersohn und einer der engsten Berater von Amerikas Präsident Donald Trump, steht nach Medienberichten nun mit im Fokus von Russland-Untersuchungen der Bundespolizei FBI. Sie sollen klären, ob es 2016 vor der Präsidentenwahl Absprachen zwischen Russland und Trumps Wahlkampfteam gegeben hat.

          Damit haben die Untersuchungen nicht nur das Weiße Haus, sondern Trumps engstes Umfeld erreicht. Die „Washington Post“ und der Sender NBC beriefen sich in der Nacht zu Freitag auf mehrere nicht genannte Quellen in der amerikanischen Regierung.

          Die Ermittler gingen davon aus, dass Kushner relevante Informationen habe, hieß es. Ihre Untersuchungen bedeuteten aber nicht, dass sie ihn eines Verbrechens beschuldigten oder beabsichtigten, ihn zu belangen. Der Anwalt des 36 Jahre alten Kushner, Jamie Gorelick, sagte der „Washington Post“, sein Mandant sei zur vollen Zusammenarbeit mit den Behörden bereit.

          Interesse an Treffen

          Die „Washington Post“ hatte vergangene Woche berichtet, dass eine Trump nahe stehende Person das Interesse der Ermittler geweckt habe. Nun schreibt das Blatt, die Ermittler interessierten sich vor allem für einige Treffen Kushners. Er soll im Dezember unter anderem Gespräche mit dem russischen Botschafter in Washington, Sergej Kisljak, geführt haben sowie mit dem Mitarbeiter einer Moskauer Bank.

          Kushner ist mit Ivanka Trump verheiratet, Trumps Tochter. Im Weißen Haus ist er ein mächtiger Mann im Hintergrund. Er ist unter anderem mit dem Friedensprozess in Nahost betraut, den Beziehungen zu China, einer Strafrechtsreform und einer Erneuerung der Regierung. Im Januar war der Immobilienexperte von seinem Posten als Chef des Familienunternehmens Kushner Companies zurückgetreten, um Berater seines Schwiegervaters zu werden. Wegen seiner Geschäftsbeziehungen ist er Vorwürfen von Interessenkonflikten ausgesetzt.

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          Nach geheimdienstlichen Erkenntnissen versuchte Moskau aktiv, die Präsidentenwahl zu Trumps Gunsten zu beeinflussen. In der FBI-Untersuchung und Ermittlungen von Kongressausschüssen geht es hauptsächlich um die Frage, ob es Absprachen zwischen Mitgliedern aus Trumps Wahlkampfteam und Moskau gab. Das Justizministerium setzte vergangene Woche den früheren FBI-Chef Robert Mueller als Sonderermittler auf die Affäre an. Trump bezeichnet die Vorwürfe als „Hexenjagd“.

          Warten auf Comey

          Der von Trump entlassene FBI-Chef James Comey will sich demnächst im Senat öffentlich äußern. Trump hatte ihn am 9. Mai gefeuert und sieht sich deswegen Vorwürfen ausgesetzt, er habe die Russland-Ermittlungen des FBI untergraben wollen. Der Republikaner hatte zunächst verschiedene Gründe für die Entlassung angegeben, sagte dann aber später in einem Interview, er habe dabei „dieses Russland-Ding“ mit im Kopf gehabt.

          Der Auftakt der Auslandreise Trumps war von neuen Vorwürfen begleitet worden. Er soll bei einem Treffen mit russischen Spitzenvertretern erklärt haben, Comeys Entlassung habe „großen Druck“ aus den Ermittlungen zu möglichen Moskau-Verstrickungen seines Wahlkampfteams genommen. Rechtsexperten zufolge könnte das, wenn es zutrifft, den Verdacht einer Rechtsbehinderung durch den Präsidenten untermauern.

          Lieberman verzichtet auf FBI-Posten

          Der frühere Senator Joe Lieberman verzichtete inzwischen auf die Nachfolge Comeys an der FBI-Spitze. In einem am Donnerstag bekannt gewordenen Brief an Trump schrieb Lieberman, er wolle einen möglichen Interessenkonflikt vermeiden.

          Der parteilose Politiker verwies darauf, dass der Präsident mit dem Anwalt Marc Kasowitz einen Rechtsbeistand in der Affäre gewählt habe, mit dem Lieberman selbst früher in einer Kanzlei zusammengearbeitet hat. Lieberman galt als Trumps Favorit für den Chefposten bei der Bundespolizei.

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