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Russland-Kontakte : Jared Kushner will alles richtig gemacht haben

  • -Aktualisiert am

Überfordert? Jared Kushner vor dem Weißen Haus Bild: AP

Der Schwiegersohn des amerikanischen Präsidenten streitet geheime Absprachen mit Vertretern Russlands während des Wahlkampfes ab. Jared Kushner zeichnet von sich und Trumps Wahlkampfteam aber ein beunruhigendes Bild.

          „Alle meine Handlungen waren korrekt und geschahen während eines sehr einzigartigen Wahlkampfes“, sagte Jared Kushner am Montag im Garten des Weißen Hauses. Seine Anmerkungen über Kontakte zu Russen las er aus einem elfseitigen Statement ab, das er zuvor veröffentlicht hatte. Kushner hatte gerade ein Gespräch mit dem Geheimdienstausschuss des Senats hinter sich, das nicht öffentlich und nicht unter Eid stattfand. Der Schwiegersohn und Berater des Präsidenten wies alle Anschuldigungen der vergangenen Monate zurück. „Ich habe mit keiner ausländischen Regierung konspiriert“, sagte er. „Und ich kenne auch im Wahlkampfteam niemanden, der das getan hat. Ich hatte keine unangemessenen Kontakte. Ich habe auch meine privaten Geschäfte nicht mit Geld aus Russland finanziert.“ Am heutigen Dienstag will Kushner auch mit dem Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses reden, ebenfalls unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

          Mit Spannung war erwartet worden, was Jared Kushner zu dem Treffen sagen würde, das Donald Trump jr. im Sommer 2016 mit der russischen Anwältin Natalia Wesselnizkaja und weiteren Russen organisiert hatte. Kushner erklärte, dass er nicht alle Mails aus dem Schriftwechsel vor dem Treffen gelesen habe. Der Wahlkampf sei zu diesem Zeitpunkt sehr stressig gewesen, Kushner habe sich mit vielen Menschen getroffen und etwa 200 E-Mails pro Tag im Postfach gehabt. Er habe nur die Mail zur Terminabsprache gekannt und habe zugesagt, ohne über den Zweck des Treffens im Bilde zu sein. „Diese Mail war oberhalb eines langen Austauschs, den ich nicht gelesen habe“, so Kushner. Der Präsidenten-Schwiegersohn ist der einzige Teilnehmer des Treffens mit einer Position im Weißen Haus. Von dem belastenden Material über Hillary Clinton, das seinem Schwager Trump jr. in Aussicht gestellt wurde, will Kushner also nichts gewusst haben.

          Das Treffen selbst sei ihm dann schnell so irrelevant erschienen, dass er seinen Assistenten per Mail gebeten habe, ihn durch einen Anruf davon loszueisen. „Kein Teil des Treffens, an dem ich teilgenommen habe, hat irgendetwas über den Wahlkampf beinhaltet, es gab kein Folgetreffen, von dem ich weiß, ich erinnere mich nicht daran, wie viele Personen da waren oder an ihre Namen, und ich weiß nichts über Dokumente, die angeboten oder akzeptiert wurden“, sagte Kushner.

          Keine geschäftlichen Kontakte

          Der Trump-Berater bekräftigte, dass er außer den bereits bekannten vier Treffen keine weiteren Kontakte mit Russen gehabt habe. Er habe zweimal den russischen Botschafter Sergej Kisljak und einmal den Chef der russischen VEB Bank, Sergej Gorkow, getroffen. Bei seinen Treffen mit Botschafter Kisljak habe er keineswegs versucht, einen dauerhaften geheimen Kommunikationskanal zwischen dem Weißen Haus und dem Kreml zu etablieren, so Kushner. Er habe lediglich in Erfahrung bringen wollen, ob es in der russischen Botschaft einen gesicherten Kommunikationsweg für militärische Informationen zum Thema Syrien gebe. Kisljak habe das verneint.

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