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James Mattis : Erprobter Krieger mit markigen Sprüchen

  • Aktualisiert am

Juli 2010: Ein Kommittee des Senats hört James Mattis an, der fortan das Zentralkommando leiten soll. Bild: Reuters

Donald Trumps Mann für den Posten des Verteidigungsministers hat sich über Parteigrenzen hinweg hohen Respekt erworben. Aber James Mattis hat sich auch mehrmals mit gewagten Äußerungen hervorgetan.

          Mit dem pensionierten Vier-Sterne-General James Mattis (66) hat sich Donald Trump für ein Schlachtross als Verteidigungsminister entschieden – einen kriegserprobten Kämpfer mit hoher Intelligenz, aber wenig diplomatischer Politur. Wie Trump ist der einstige Marineinfanterist Mattis äußerst direkt. Mehr als einmal hat er mit seinen markigen Sprüchen Kritik geerntet. Nicht umsonst trug er im Militär den Spitznamen „Mad Dog“ (verrückter Hund).

          Aber Mattis hatte noch einen zweiten Spitznamen: „Warrier Monk“ (Krieger-Mönch) – in Anerkennung seiner völligen Hingabe zum Militärdienst. Daneben habe es kaum Zeit für das persönliche Leben gegeben, sagen Begleiter. Mattis ist bis heute Junggeselle.

          Mattis, der 1950 geboren wurde, begann seine Militärlaufbahn 1969 im Marinekorps. Anschließend wurde er am National War College in Washington ausgebildet. Später erlangte der Mann mit einer Vorliebe für Militärhistorie noch einen Bachelorabschluss in Geschichte. Vor dem Einsatz im Irak hatte er angewiesen, amerikanische Soldaten über arabische Kultur zu unterrichten.

          Mattis' 44 Jahre währende Militärkarriere ist blendend, sie hat ihm über Parteigrenzen hinweg hohen Respekt eingetragen. Seine Marines verehrten Mattis, heißt es, weil er sich stets für sie eingesetzt und oft die Nächte lieber draußen mit ihnen an der Front verbracht habe als in seinem Feldbett.

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          Mattis verfügt über viel Kriegserfahrung. Er war Bataillonskommandeur im ersten Irak-Krieg, befehligte die Einsatztruppe Task Force 58 in Afghanistan und von 2002 bis 2004 – während der Irak-Invasion – die 1. Marineinfanteriedivision. Nach weiteren Führungsposten, etwa beim US Joint Forces Command und dem Allied Command Transformation der Nato, machte ihn Präsident Barack Obama 2010 zum Chef des strategisch überaus wichtigen Zentralkommandos. Diesen Posten hatte Mattis bis 2013 inne.

          „Viel Spaß, sie zu erschießen“

          In dieser Zeit und danach entwickelte er sich zu einem immer lautstärkeren Kritiker von Obamas Strategie im Irak, in Afghanistan und im Krieg gegen den Terror. Mattis ist auch ein ausgesprochener Gegner des Atomabkommens mit Iran. Er hält Obama für schwach und wirft ihm vor, im Nahen Osten keine Strategie für einen militärischen Sieg gegen den „Islamischen Staat“ zu haben, sondern auf „halbe Sachen“ zu setzen.

          Im israelisch-palästinensischen Konflikt steht Mattis für eine Zweistaatenlösung. Er betrachtet Iran als Hauptbedrohung für die Stabilität im Nahen Osten. Damit liegt er auf einer Linie mit Trump, der im Wahlkampf immer wieder angekündigt hatte, das unter Obama ausgehandelte Atomabkommen mit Iran rückgängig zu machen.

          Anders als der Wahlkämpfer Trump lehnt Mattis Folter von Kriegsgefangenen jedoch ab. Er findet, es gebe weitaus bessere Mittel, um Informationen zu erlangen. In seinem Gespräch mit der „New York Times“ hatte sich Trump erst kürzlich überrascht davon gezeigt und angedeutet, auch bei diesem Thema als Präsident von seiner harten Wahlkampflinie abzuweichen.

          Zu Mattis’ umstrittenen Äußerungen zählt diese aus dem Jahr 2005 vor Marines: „Du gehst nach Afghanistan und gerätst an Kerle, die ihre Frauen fünf Jahre verprügeln, weil sie sich nicht verschleiert haben. Solche Kerle sind ohnehin keine richtigen Männer mehr. Also macht es unheimlich viel Spaß, sie zu erschießen.“

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