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Gedenken an Charlottesville : Ivanka Trump: Kein Platz für Rassismus und Neonazismus in Amerika

  • Aktualisiert am

Legt sie sich mit ihrem Vater an? Ivanka Trump bei einem Dinner mit dem Präsidenten am 07. August 2018. Bild: AFP

Zum Jahrestag der gewaltsamen Proteste von Charlottesville verurteilt Ivanka Trump „weiße Vorherrschaft, Rassismus und Neonazismus“. Ihr Vater hat zuvor nicht ganz so deutliche Worte gefunden.

          Die Tochter des amerikanischen Präsidenten Donald Trump hat zum Jahrestag der tödlichen Proteste in Charlottesville eindeutig Stellung gegen Rechtsextremismus bezogen. „In unserem großartigen Land gibt es keinen Platz für weiße Vorherrschaft, Rassismus und Neonazismus“, schrieb Ivanka Trump am Samstagabend (Ortszeit) auf Twitter. Donald Trump hatte wenige Stunden zuvor „alle Formen von Rassismus und Gewalttaten“ verurteilt.

          Donald Trump war nach den Zusammenstößen in Charlottesville vor einem Jahr dafür kritisiert worden, nicht eindeutig die rechtsextreme Gewalt verurteilt zu haben. „Ich denke, dass die Schuld auf beiden Seiten liegt“, hatte er damals gesagt. Es habe auf beiden Seiten auch „sehr gute Menschen“ gegeben. Trump hatte damit Empörung ausgelöst.

          Zum Jahrestag der tödlichen Gewalt von Charlottesville wollten Rechtsextremisten am Sonntagabend (Ortszeit) vor dem Weißen Haus in Washington demonstrieren. Aus der Genehmigung der Behörden geht hervor, dass die Veranstalter von „Vereint die Rechte 2“ mit bis zu 400 Teilnehmern rechneten. Gegendemonstranten hatten zur „Massenmobilisierung“ gegen die Rechtsextremisten aufgerufen. Trump ist nicht im Weißen Haus, sondern in einem seiner Golfresorts.

          Studenten, Anwohner und linke Aktivisten protestieren am Samstag bei der „Versammlung für Gerechtigkeit“ auf dem Campus der Universität von Virginia (UVA) gegen rechte Gewalt. Bilderstrecke

          Im Zuge der Demonstration „Vereint die Rechte“ in Charlottesville war es am 12. August 2017 zu schweren Ausschreitungen gekommen. Ein Rechtsextremist steuerte ein Auto in eine Gruppe Gegendemonstranten. Die 32-jährige Heather Heyer starb, zahlreiche Menschen wurden verletzt. Die Nachfolgeveranstaltung „Vereint die Rechte 2“ zum Jahrestag war in Charlottesville verboten worden.

          Trump schrieb am Samstag auf Twitter: „Die Ausschreitungen in Charlottesville vor einem Jahr haben zu sinnlosem Tod und Spaltung geführt. Wir müssen als Nation zusammenkommen.“ Er fügte in einem weiteren Tweet hinzu: „Ich werde nie aufhören, für ALLE Amerikaner zu kämpfen!“ Seine Tochter Ivanka schrieb: „Vor einem Jahr haben wir in Charlottesville eine abstoßende Zurschaustellung von Hass, Rassismus, Fanatismus und Gewalt gesehen.“

          Am Sonntag ist ab 17.00 Uhr (Ortszeit/23.00 Uhr MESZ) ein rechter Marsch zum Lafayette-Platz vor dem Weißen Haus geplant. Dort ist dann ab 17.30 Uhr eine zweistündige Demonstration angemeldet und genehmigt. Auf der Rednerliste stehen unter anderem der Antisemit Patrick Little und David Duke, der einst ein führendes Mitglied des rassistischen Ku Klux Klan war.

          Die Organisatoren haben dazu aufgerufen, nur Flaggen der Vereinigten Staaten und der Südstaaten mitzubringen. Besucher sollen zudem „Pfefferspray, Knüppel, Messer oder andere Waffen“ zu Hause lassen. Bei den Protesten vor einem Jahr waren Hakenkreuzflaggen geschwenkt worden, einige Teilnehmer waren bewaffnet gewesen.

          Vor dem Jahrestag hatten die Stadt Charlottesville und der Bundesstaat Virginia aus Sorge vor neuen Zwischenfällen den Notstand ausgerufen. Im Stadtzentrum wurde eine abgeriegelte Sicherheitszone eingerichtet, in der Gegenstände, die als Waffen eingesetzt werden könnten, verboten waren. Auch das Tragen von Masken wurde untersagt. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Sicherheitskräfte patrouillierten.

          Die rechte Demonstration an diesem Sonntag war in Charlottesville beantragt, aber nicht genehmigt worden. In Washington wurde sie unter Verweis auf die Versammlungs- und Meinungsfreiheit erlaubt. Schnell hatte sich gegen den rechten Aufmarsch aber auch eine Gegenkundgebung organisiert. Sie wollen nicht, dass die Rechten in der amerikanischen Hauptstadt demonstrieren dürfen.

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