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Vorwahlkampf in Amerika : „Trump wird Amerika wieder großartig machen“

  • -Aktualisiert am

Milliardär im Wahlkampf-Modus: Immobilienmagnat Donald Trump redet auf einer Veranstaltung der Universität Valdosta. Bild: AP

Mit der Ex-Gouverneurin Brewer hatten die Republikaner bereits eine Politikerin, die in ihrer Amtszeit in Arizona genauso auftrat wie Donald Trump – rhetorisch knallhart, politisch opportunistisch. Was rät sie dem Immobilien-Milliardär?

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          In liberalen Kreisen ist die Republikanerin Jan Brewer als fremdenfeindliche Hardlinerin verschrien. 2010 unterschrieb die heute 71 Jahre alte Politikerin als Gouverneurin von Arizona ein Gesetz, das Einwanderer verpflichtete, stets Papiere bei sich zu tragen, um beweisen zu können, dass sie sich legal im Land aufhalten. Amerikanische Bürger konnten Zugewanderte beim Verdacht auf Illegalität anzeigen und die Polizei zu Kontrollen zwingen. Auf der anderen Seite legte sie für Republikaner ungewohnte fiskalische Pragmatik an den Tag, als sie die Umsatzsteuer erhöhte, um den Haushalt auszugleichen.

          Ein Blick auf ihren Politikstil zeigt, warum auch ein Typ wie Donald Trump Erfolg hat: der republikanische Wähler und die konservativen Parteieliten wollen nicht immer das Gleiche. Wer ein kontroverses Thema wie Einwanderung mit Härte angeht, kommt beim Wähler auch mit unliebsamen Steuererhöhungen durch. Kein Wunder also, dass Jan Brewer vor Kurzem Donald Trump offiziell ihre Unterstützung zugesagt hat. Zeit für ein paar Fragen an sie.

          Die ehemalige Gouverneurin von Arizona Jan Brewer lässt kein gutes Haar an der Politik von Präsident Obama. Umso mehr unterstützt sie die Kandidatur von Donald Trump.


          Jan Brewer, Sie sind über Ihre Landesgrenzen hinaus bekannt geworden, als Sie 2012 bei seinem Besuch in Arizona Präsident Obama vor laufenden Kameras den Zeigefinger entgegenstreckten. Eine ganz schön respektlose Geste. Gehört so etwas zum Geschäft?

          Ich hatte Barack Obama schon eine ganze Weile angefleht, sich um unsere Grenze zu kümmern. Aber er hört ja nie zu. An unserer Grenze war er auch noch nie. Die Menschen in Arizona sind aufgebracht. Ich wollte eigentlich damit warten. Aber wir kamen gleich auf das Thema zu sprechen. Er hatte mein Buch gelesen, „Scorpions For Breakfast“, und sah sich darin nicht gut wegkommen. Sein Verhalten wirkte sehr entmutigend an dem Tag, also fragte ich ihn dann und da, wann er gedenkt, sich unsere Grenze anzugucken und was dort passiert.

          Es wirkte sehr kalkuliert, noch auf dem Flugfeld vor ihm den Zeigefinger zu heben.

          Vielleicht rede ich auch viel mit den Händen. Aber es sollte ein Signal sein, dass es so nicht weitergehen kann. Verstehen Sie, es sind die Bürger von Arizona, die den Großteil dieser Last tragen.

          „Diese Last“ hat einst das Land errichtet. Ist das denn nicht mehr Amerika: alle willkommen zu heißen?
          Ein Land ohne Grenzen ist wie ein Haus ohne Wände: es fällt in sich zusammen. Amerika zerbricht an den Kosten, die das Einwanderungsproblem mit sich bringt.

          Ihre eigenen Vorfahren kamen einst als Einwanderer aus Norwegen und England nach Amerika.

          Ja, aber auf legalem Wege. Die meisten Menschen hier an der Grenze wandern illegal ein. Drogen, Kriminalität, Mädchenhandel, für all das, was die illegale Einwanderung mit sich bringt, kommen die Menschen aus Arizona auf. Ich wünsche mir endlich einen Präsidenten, der für Recht und Ordnung einsteht und sein eigenes Volk schützt.

          Für Sie ist das offenbar nun Donald Trump. Sie haben ihm offiziell Ihre Unterstützung zugesichert. Was sehen Sie in ihm als Kandidaten?

          Donald Trump gehört nicht zum Establishment in Washington. Er wird den Menschen zuhören und endlich Probleme lösen.  

          Bislang redet er sehr viel, ohne jemals auch nur eine politische Maßnahme durchgesetzt haben zu müssen. Warum soll gerade er alles ändern?

          Ich kenne Donald seit vielen, vielen Jahren. Er ist ein Anführer. Er wird sich um die Menschen kümmern, er wird Arbeitsplätze sichern, er wird Amerika wieder großartig machen. Obama war nicht ein einziges Mal hier an der Grenze. Ich glaube, er will diese Leute hier haben, weil er anscheinend denkt, dass sie ihn wählen würden.

          Noch einmal: Trump hat sich noch nie als Politiker beweisen müssen.

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