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Strafe bei Abtreibungen? : Clinton: Trumps Worte sind frauenverachtend

  • Aktualisiert am

Hillary Clinton auf einer Wahlkampfveranstaltung am Mittwochabend in New York. Via Twitter knöpfte sich die Demokratin zudem Donald Trump vor: Dessen Äußerungen seien eine Verachtung für die Rechte der Frauen. Bild: AFP

Der nächste Eklat: Donald Trump hat in einem Fernsehinterview angeregt, Frauen zu bestrafen, die abgetrieben haben. Sogar Abtreibungsgegner kritisieren ihn dafür scharf. Woraufhin der Präsidentschaftsbewerber zurückrudert.

          Hillary Clinton hat mit scharfer Kritik auf die Äußerungen von Donald Trump reagiert. Der mögliche Kandidat der Republikaner bei der anstehenden Präsidentenwahl hatte in einem Fernsehinterview Strafen für Frauen angeregt, die abgetrieben haben. Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter nahm sich Clinton Trumps Überlegungen vor: „Wir können jemanden mit so viel Verachtung für die Rechte der Frauen nicht in die Nähe des Weißen Hauses lassen.“ Trumps Worte seien abscheulich. Clinton, die Kandidatin für die Demokratische Partei werden will, fügte noch hinzu, dass sich Trumps Position nicht von denen der anderen republikanischen Bewerber unterscheide.

          Doch auch auf Seiten der Republikaner gab es Kritik. So wandte sich auch Trumps innerparteilicher Rivale Ted Cruz gegen die Idee und sagte: „Wir sollten nicht darüber reden, Frauen zu bestrafen; wir sollten ihre Würde achten und ihre unglaubliche Gabe, Leben in die Welt zu bringen.“ Der Senator von Texas ist selbst strikt gegen Abtreibungen.

          Auch von der Organisation „March for Life“ kam Kritik. Die Initiative organisiert alljährlich eine Demonstration gegen das Recht auf Abtreibung. Trumps Aussagen stünden nicht im Einklang mit der Pro-Life-Bewegung, sagte Jeanne Mancini, Präsidentin der Organisation. „Sich für den Schutz des Lebens auszusprechen, heißt, das Beste für eine Mutter und ihr Kind zu wollen.“ Es dürfe nicht darum gehen, Frauen zu bestrafen.

          Trump: „Man muss es einfach verbieten“

          Am Mittwochabend wurde Donald Trump von Chris Matthews für den amerikanischen Fernsehsender MSNBC zum Thema Abtreibungen befragt. Schon früher hatte sichTrump dafür ausgesprochen Abtreibungen generell zu verbieten. Der mögliche republikanische Kandidat im Rennen um Präsidentenwahl ist nicht gerade für seine Feinfühligkeit bekannt. Im Interview mit Matthews sollte er nun sagen, wie ein solches Verbot aussehen solle. „Wir würden wieder wie früher eine Situation geraten, in der die Frauen an illegale Orte gehen müssen um eine Abtreibung zu bekommen“, sagte Trump, „aber man muss es einfach verbieten.“

          Auf die Frage, wie er handeln würde, wenn er tatsächlich Präsident der Vereinigten Staaten wäre, sagte Trump, dass Frauen, die abgetrieben haben, eine Strafe zugeführt werden müsste. Wie diese Strafe dann aussehen solle, sagte Trump jedoch nicht.

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          Wenig später ruderte der Unternehmer zurück. „Wenn der Kongress ein Gesetz verabschiedet, das Abtreibungen für illegal erklärt und die Bundesgerichte bestätigen das, oder einem Bundesstaat würde erlaubt, Abtreibungen zu verbieten, dann würde der Arzt oder jeder andere, der diese illegale Handlung vornimmt, dafür bestraft, nicht die Frau“, erklärte er in einer Mitteilung. „Die Frau ist in diesem Fall ein Opfer, genau wie das Leben in ihrem Leib.“

          Das Thema Abtreibungen ist in Amerika sehr aufgeladen und wird oft unversöhnlich diskutiert. 1992 bekräftigte der Supreme Court, dass die freie Entscheidung zu einer Abtreibung vom 14. Zusatz der Verfassung geschützt wird. Am Obersten Gerichtshof steht im Juni eine der wichtigsten Entscheidungen seit Jahren zum Thema an. In dem Fall geht es um ein Gesetz in Texas, in dessen Folge 30 von 40 Abtreibungskliniken geschlossen wurden. Das Urteil hätte eine landesweite Signalwirkung.

          Trump hat sich lange dafür ausgesprochen, die Entscheidung über einen Schwangerschaftsabbruch den Frauen zu überlassen. Im Wahlkampf änderte er jedoch seine Meinung und erklärte, er trete für den Schutz des ungeborenen Lebens ein.

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