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Handelsstreit : Amerika und China brauchen mehr Zeit für ein Abkommen

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Die beiden Staatsoberhäupter sind zuversichtlich, dass sie eine Einigung erzielen können. Bild: dpa

Anfang März will Präsident Trump die Strafzölle auf chinesische Importe auf 25 Prozent erhöhen – sollte es keine Einigung zwischen beiden Ländern geben. Die Zeit drängt also, doch anscheinend gibt es Fortschritte bei den Gesprächen.

          Der amerikanische Präsident Donald Trump sieht die Gespräche im Handelsstreit mit China auf einem ermutigenden Weg und stellt eine Verlängerung der Frist für eine Einigung in Aussicht. Die Verhandlungen seien kompliziert, liefen aber extrem gut, sagte Trump am Freitag in Washington. Die Vereinigten Staaten seien einem echten Handelsabkommen mit China, das die Wettbewerbsbedingungen für amerikanische Unternehmen verbessere, näher als je zuvor. Bei Bedarf könne der mit China vereinbarte Burgfrieden über den 1. März hinaus verlängert werden. Zum Abschluss ihrer jüngsten Gesprächsrunde in Peking einigten sich beide Seiten darauf, die Verhandlungen in der nächsten Woche in Washington fortzusetzen.

          Es seien „wichtige Fortschritte“ erzielt worden, sagte Chinas Präsident Xi Jinping nach einem Treffen mit dem amerikanischen Handelsbeauftragten Robert Lighthizer und Finanzminister Steven Mnuchin. Er hoffe, dass es zu einer vorteilhaften Vereinbarung für beide Seiten komme. Trump führte die Fortschritte auch auf seinen Kurs der Strafzölle zurück. „Die Zölle schaden China sehr stark“, sagte er. „Sie wünschen sie nicht, und offen gesagt, wenn wir den Deal abschließen können, wäre es mir eine Ehre, sie aufzuheben.“

          Die Zeit drängt. Trump hat mit einer Erhöhung der Strafzölle um zehn auf 25 Prozent auf chinesische Importe im Wert von 200 Milliarden Dollar zum 2. März gedroht, sollte es bis dahin keine Einigung geben. Er hatte sich Anfang Dezember mit Xi auf eine 90-tägige Waffenruhe in dem Konflikt verständigt. Trump stört sich am hohen amerikanischen Defizit im Warenaustausch mit China und wirft der Volksrepublik unfaire Handelspraktiken sowie den Diebstahl geistigen Eigentums vor. China bestreitet die Anschuldigungen. Der Konflikt lastet auf der globalen Konjunktur.

          Stillstand bei wichtigen Verhandlungspunkten?

          Lighthizer sprach nach den Verhandlungen in Peking, die mit Vize-Ministerpräsident Liu He – dem führenden Wirtschaftsberater von Xi – geführt wurden, von „zwei sehr guten Tagen“. „Wir haben das Gefühl, dass wir bei sehr, sehr wichtigen und sehr schwierigen Themen Fortschritte gemacht haben“, sagte er. „Wir haben noch weitere Arbeit vor uns, aber wir sind hoffnungsvoll.“ Insider sagten der Nachrichtenagentur Reuters allerdings, dass es „Stillstand bei den wichtigen Dingen gibt“. Der amtlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge wurden Themen wie Technologietransfer, Schutz geistigen Eigentums, Dienstleistungen, Landwirtschaft und die Handelsbilanz angesprochen. In einigen Schlüsselfragen habe es einen Konsens gegeben.

          Die versöhnlichen Zeichen haben am Freitag die amerikanischen Börsen positiv gestimmt. Die Bereitschaft beider Seiten, über die selbst gesetzte Frist hinaus weiter zu verhandeln und die Erwartung, dass auch der „Waffenstillstand“ so lange fortgesetzt wird, gebe Auftrieb, sagte Marktanalyst Michael Hewson von CMC Markets UK. Hinzu kamen einige starke Wirtschaftsdaten.

          Der Dow Jones Industrial  gewann rund zwei Stunden vor Handelsschluss 1,28 Prozent auf 25.764,19 Punkte und knüpfte damit wieder an seinen Ende des vergangenen Jahres gestarteten Aufwärtstrend an. Im Wochenverlauf zeichnet sich aktuell ein Plus von 2,7 Prozent ab. Seit seinem Tief bei 21.713 Punkten am 26. Dezember hat er damit knapp 19 Prozent gut gemacht. Der marktbreite S&P 500 stieg am Freitag um 0,74 Prozent auf 2765,95 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 rückte zugleich um 0,12 Prozent auf 7030,87 Punkte vor.

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