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Gingrich siegt in South Carolina : Der Durchmarsch wird zum Zweikampf

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Wird mit seinem Sieg in South Carolina zum ernsthaften Konkurrenten für den siegesverwöhnten Mitt Romney: der frühere Chef des Repräsentantenhauses, Newt Gingrich Bild: AFP

Der Kampf um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner ist wieder offen: Bei den Vorwahlen in South Carolina setzte sich der frühere Chef des Repräsentantenhauses, Newt Gingrich, klar gegen Mitt Romney durch.

          Auf dem Markt der republikanischen Präsidentschaftsbewerber, der sich zu einem Romney-Monopol zu entwickeln schien, herrscht seit Samstag wieder echte Konkurrenz: Bei den Vorwahlen in South Carolina siegte nicht Mitt Romney, sondern der frühere Chef des Repräsentantenhauses, Newt Gingrich. Nach Auszählung fast aller Stimmen lag Gingrich amerikanischen Medien zufolge mit rund 40 Prozent klar in Führung. Romney erhielt demnach nur rund 28 Prozent. Der christlich-konservative Ex-Senator Rick Santorum kam auf 17 Prozent, der texanische Abgeordnete Ron Paul erreichte 13 Prozent.

          Im Hauptquartier von Gingrich skandierten seine Anhänger „Newt, Newt“, als die TV-Sender ihn zum Sieger erklärten. Der 68 Jahre alte Politiker bat um Spenden, um gegen die Finanzkraft Romneys bestehen zu können. „Wir haben nicht das Geld, das mindestens einer der anderen Kandidaten hat“, sagte er. „Aber wir haben Ideen und wir haben Menschen.“ Und in South Carolina habe sich gezeigt, dass „Menschen mit den richtigen Ideen das große Geld schlagen“ könnten.

          Sieg trotz pikanten Interviews der Ex-Frau

          Gingrich hatte den favorisierten Romney in den vergangenen Tagen in der Gunst der Wähler in South Carolina eingeholt. Der aus dem Nachbarstaat Georgia stammende Politik-Veteran überzeugte mit starken Auftritten in zwei TV-Debatten und erhielt die Unterstützung des Gouverneurs von Texas, Rick Perry, als dieser sich aus dem Präsidentschaftsrennen zurückzog. Ein pikantes Interview einer der beiden Ex-Frauen von Gingrich über das Scheitern ihrer Ehe, das am Donnerstabend ausgestrahlt worden war, schien die als besonders konservativ geltenden Wähler in South Carolina nicht beeindruckt zu haben.

          Romney musste dagegen hinnehmen, dass die Partei ihm nach einer Korrektur der Ergebnisse den Sieg bei der ersten Vorwahl im Bundesstaat Iowa aberkannte und stattdessen Santorum zum Gewinner erklärte. Der Ex-Gouverneur steht auch wegen seines zögerlichen Umgangs mit seinen Steuerunterlagen in der Kritik. Der Multimillionär hatte einräumen müssen, nur rund 15 Prozent Steuern zu zahlen, will Einzelheiten aber erst im April öffentlich machen.

          Romney: Ich begrüße den Wettbewerb

          „Dieses Rennen ist dabei, noch interessanter zu werden“, sagte Romney am Wahlabend. Der Ex-Gouverneur, der die zweite Vorwahl in New Hampshire am 10. Januar deutlich gewonnen hatte, sprach von einem „harten Kampf“ um South Carolina. „Ich schrecke nicht vor Wettbewerb zurück. Ich begrüße ihn“, sagte Romney, der bei den nächsten Vorwahlen am 31. Januar in Florida laut Umfragen wieder auf die Siegerstraße zurückkehren könnte.

          Santorum und Paul wollten unterdessen beide an ihrer Bewerbung festhalten. „Wir denken, dass wir langfristig in viel stärkerer Verfassung sein werden“, sagte Santorum. Paul erklärte, die Vorwahlen stünden erst am Anfang: „Wir werden dies weiter machen, daran gibt es keinen Zweifel.“

          Bei den so genannten Primaries waren in South Carolina am Samstag alle registrierten Wähler zur Stimmabgabe aufgerufen, unabhängig davon, ob sie Mitglied bei den Republikanern sind. Aus South Carolina kommen lediglich 25 von insgesamt 2286 Delegiertenstimmen für die offizielle Kandidatenkür beim Parteitag der Republikaner Ende August.

          Die Vorwahlen in dem Südstaat gelten aber als wichtige Weichenstellung für das weitere Nominierungsrennen: So wurde seit 1980 kein Bewerber zum republikanischen Kandidaten bestimmt, der nicht vorher in South Carolina gewonnen hatte.

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