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Hessens Wirtschaftsminister : Auch Al-Wazir bangt um Einreise nach Amerika

  • -Aktualisiert am

Der hessische Wirtschaftsminister und stellvertretende hessische Ministerpräsident Tarek Al-Wazir hat zwei Staatsbürgerschaften – und ist damit potentiell von Trumps Dekret betroffen. Bild: Maximilian von Lachner

Mit seinem Einreise-Erlass hat Trump für Unsicherheit gesorgt. Auch der hessische Wirtschaftsminister weiß nicht, ob er in die Vereinigten Staaten reisen dürfte. Denn Tarek Al-Wazir hat neben dem deutschen noch einen weiteren Pass.

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          Der stellvertretende hessische Ministerpräsident, Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) ist sich nach Präsident Trumps Erlass nicht sicher, ob er derzeit in die Vereinigten Staaten reisen dürfte. Al-Wazir, dessen Vater aus Jemen stammt und der wegen seiner deutschen Mutter entsprechend zwei Staatsbürgerschaften hat, sagte der F.A.Z., er könne, wenn er den Wortlaut von Trumps Dekret ernst nehme, zumindest „nicht mehr sicher sein, ob ich ein Flugzeug besteigen kann“.

          Timo Frasch

          Politischer Korrespondent in München.

          Wenn ein Wirtschaftsminister eines deutschen Bundeslandes sich dessen nicht mehr sicher sein könne, „dann müssen sich die USA überlegen, ob das richtig sein kann“. Dabei gehe es nicht um ihn, sondern um alle, die davon betroffen sind. Er selbst müsse im Zweifel wenigstens keine Angst haben, dass er tagelang festgehalten werde. Einen Kontakt des Wirtschaftsministeriums zu amerikanischen Behörden gab es nach Angaben Al-Wazirs in den vergangenen Tagen nicht. Auch eine Reise nach Amerika stehe nicht bevor.

          Al-Wazir sagte, was Trump verkündet habe, „darf uns nicht kaltlassen“. Die Vereinigten Staaten seien ein Land, „das über Jahrhunderte als Einwanderungsland und Zufluchtsort für bestimmte Werte stand“. Wenn dieses Land „auf einmal Flüchtlinge überhaupt nicht mehr aufnimmt und Menschen aus bestimmten Staaten von der Einreise ausschließt“, dann sei das etwas, was in der Dimension vor einigen Wochen noch unvorstellbar gewesen sei.

          Das betreffe auch das Bundesland Hessen. „Wir sind mit den USA sehr eng verflochten, die USA sind der wichtigste Handelspartner Hessens, und ich bin sicher, dass dies nicht nur für Firmen in Hessen, sondern auch in den USA ein Problem darstellen wird.“ Er hoffe darauf, dass es am „Ende doch so etwas gibt wie Vernunft“.

          Auf die Frage, wie etwa der Flugbetrieb des Frankfurter Flughafens auf Trumps Einreiseverbote reagiere, sagte Al-Wazir, er gehe davon dass Fluggesellschaften versuchten, so zu planen, dass ihre Leute keine Probleme bei der Einreise bekämen. Es könne aber auf die Dauer nicht funktionieren, „dass man Firmen in Deutschland hat, die ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter quasi nach Herkunft auswählen müssen“.

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