https://www.faz.net/-gpf-90tso

Nach rassistischen Übergriffen : Bushs kritisieren Trumps Äußerungen zu Charlottesville

  • -Aktualisiert am

George H.W. und George W. Bush Bild: AFP

Normalerweise äußern sich ehemalige amerikanische Präsidenten nicht zur aktuellen Politik – und kritisieren schon gar nicht ihre amtierenden Nachfolger. Umso ungewöhnlicher ist eine Erklärung von George H. W. Bush und seinem Sohn George W. Bush.

          Dass sich ehemalige Präsidenten der Vereinigten Staaten in die Politik einmischen, ist selten. Dass es zwei ehemalige Präsidenten gemeinsam tun, noch mehr. Doch George H. W. Bush, der 41. Präsident der Vereinigten Staaten, und sein Sohn George W. Bush, der 43. Präsident, haben nun genau das getan.

          In einer gemeinsamen Erklärung verurteilten die beiden am Mittwoch die Vorfälle in Charlottesville (Virginia) und riefen die Amerikaner zum Widerstand gegen Hass und Fanatismus auf. „Amerika muss ethnische Eiferei, Antisemitismus und Hass immer und in jeder Form zurückweisen“, heißt es in einer Mitteilung der beiden ehemaligen Präsidenten.

          Darin zitieren sie auch die amerikanische Unabhängigkeitserklärung und die Arbeit von Thomas Jefferson, einem ihrer Hauptautoren, der 1743 in der Nähe von Charlottesville geboren wurden. „Wir halten diese Wahrheiten für ausgemacht, dass alle Menschen gleich erschaffen wurden, dass sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten begabt worden. Wir wissen, dass diese Wahrheiten ewig währen, weil wir den Anstand und die Größe unseres Landes kennengelernt haben“, schreiben die beiden Bushs.

          Kritik auch von Jeb Bush

          Ihre Mitteilung veröffentlichten die ehemaligen Präsidenten nur einen Tag, nachdem der amerikanische Präsident Donald Trump mit seinen Äußerungen zu den Vorfällen in Charlottesville auf heftige Kritik gestoßen war. Trump hatte in einer Pressekonferenz die Gewalttaten der Rechtsextremisten mit den linken Gegenprotesten gleichgesetzt. Bei einer Attacke auf eine Gegendemonstration war am Samstag eine 32 Jahre alte Frau gestorben, zwei Polizisten kamen beim Absturz ihres Hubschraubers ums Leben. Die beiden Bushs vermieden es jedoch, Trumps Namen in ihrer Mitteilung zu nennen.

          Auch Trumps ehemaliger Mitbewerber um die Spitzenkandidatur der Republikaner, Jeb Bush, der Bruder von George W. Bush, meldete sich über den Kurznachrichtendienst Twitter zu Wort. Es sei Zeit für „moralische Klarheit“. Es dürfe keine Zweifel geben, dass Rassismus vom Weißen Haus nicht toleriert werde, schrieb Bush.

          Weitere Themen

          Die gelbe Gefahr

          Aufstand in Frankreich : Die gelbe Gefahr

          Der Aufstand der „Gelbwesten“ hat seine Unschuld verloren. Er bildet die sehr französische Variante einer stillen völkischen Revolution, die ganz Europa erfasst hat. Ein Kommentar.

          Topmeldungen

          Französische Bereitschaftspolizisten nach einer Farbbeutelattacke der „Gelbwesten“ am 1. Dezember in Paris

          Aufstand in Frankreich : Die gelbe Gefahr

          Der Aufstand der „Gelbwesten“ hat seine Unschuld verloren. Er bildet die sehr französische Variante einer stillen völkischen Revolution, die ganz Europa erfasst hat. Ein Kommentar.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.