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Studie begonnen : Fauci hofft auf Impfung im nächsten Jahr

  • Aktualisiert am

Anthony Fauci am Freitag in Washington Bild: Reuters

Jeder Amerikaner, der den Corona-Impstoff benötige, solle ihn innerhalb eines „vernünftigen Zeitraums“ erhalten. Über einen Anstieg der Infektionen im mittleren Westen zeigt sich Amerikas Chefvirologe besorgt.

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          Der amerikanische Chefvirologe Anthony Fauci hat sich vorsichtig optimistisch über die Aussicht auf einen Impfstoff gegen das Coronavirus geäußert. Er glaube, dass die Amerikaner im Laufe des Jahres 2021 damit versorgt werden könnten, sagte Fauci am Freitag vor einem Sondergremium des Repräsentantenhauses, das den Entwicklungen in der Pandemie nachgeht.

          Es werde eine Prioritätenliste geben, wer zuerst geimpft werde, sagte er. Nicht alle kämen wohl sofort dran. Aber die Pläne sähen vor, dass jeder Amerikaner, der den Impfstoff benötige, ihn letztlich innerhalb eines „vernünftigen Zeitraums“ erhalte.

          Für eine Teilnahme an Impfstudien hätten sich auf der Website der Nationalen Gesundheitsinstitute 250.000 Menschen registrieren lassen, sagte Fauci vor dem Unterausschuss zur Coronavirus-Krise. Die erste Studie mit 30.000 Teilnehmern begann in dieser Woche. Studien mit weiteren Impfstoffkandidaten sollen nach Plänen der Regierung monatlich bis in den Herbst folgen.

          Auf politisches Glatteis ließ sich Fauci nicht führen. Der republikanische Abgeordnete Jim Jordan etwa fragte wiederholt danach, ob Proteste gegen Polizeigewalt und rassistische Diskriminierung wie etwa jüngst in Portland nicht eingeschränkt werden sollten, um die Verbreitung des Virus einzudämmen, da die Regierung die Menschen schließlich auch am Kirchgang hindere. Fauci bekräftigte daraufhin lediglich seine bekannte Position: „Jede Menschenmenge, ob Protest oder nicht, in der Menschen ohne Maske eng zusammenkommen, ist ein Risiko.“

          Bereits in den vergangenen Tagen hat Fauci die Bürgerinnen und -Bürger aufgerufen, sich an grundlegende Standards in der Pandemie zu halten – also Schutzmasken in der Öffentlichkeit zu tragen, Abstand zu Sozialkontakten einzuhalten sowie Menschenmassen und Treffen im Inneren von Gebäuden zu vermeiden.

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          In einem Interview der Nachrichtenagentur AP sagte Fauci in dieser Woche, er sei „irritiert“ über den kategorischen Widerstand in manchen Teilen des Landes gegen das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes. Es gebe einige Grundregeln dazu, was man tun müsse – und eine davon sei eben, in der Öffentlichkeit eine Maske aufzusetzen.

          Fauci äußerte sich im Abgeordnetenhaus gemeinsam mit zwei weiteren Fachmännern: Robert Redfield, dem Leiter der Zentren für Seuchenkontrolle und -vorbeugung, sowie Brett Giroir vom Ministerium für Gesundheitspflege und Soziale Dienste. Eine der Streitfragen in dem Unterausschuss ist, wie Schulen und Unternehmen wieder sicher den Betrieb aufnehmen können.

          Er äußerte sich besorgt über Anzeichen, dass nach einem Anstieg der Fälle im Süden der Vereinigten Staaten Ähnliches nun im Mittleren Westen passieren könne. Nach Zahlen der Johns-Hopkins-Universität haben sich fast 4,5 Millionen Amerikaner seit Beginn der Pandemie mit dem Virus angesteckt, und mehr als 150.000 Menschen sind nach einer Infektion gestorben.

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