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Erdogan und Trump : Rüpel-Konkurrenz

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan am 9. Oktober im Parlament in Ankara. Bild: EPA

Die wirtschaftliche und militärische Muskelkraft Erdogans ist der Trumps deutlich unterlegen. In der Disziplin Großsprechertum macht er ihm jedoch Konkurrenz. Und auch politisch kann er darauf hoffen, geschickter zu sein.

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          In den Disziplinen Großsprechertum und Rüpelei ist der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan einer der schärfsten Konkurrenten des amerikanischen Präsidenten Donald Trump – wenngleich er sich, soweit bekannt, bisher noch keine „unerreichte Weisheit“ attestiert hat. Die reale wirtschaftliche und militärische Muskelkraft Erdogans freilich ist der Trumps deutlich unterlegen.

          Das war bei ihrem vorigen Kräftemessen über die Freilassung eines amerikanischen Pastors 2018 deutlich zu sehen, als Trump die türkische Wirtschaft auf Talfahrt schickte. Damals gab Erdogan rasch nach. Dass er auf den amerikanischen Druck, die Militäraktion in Nordsyrien zu beenden, nun wieder mit starken Worten reagiert, folgt dennoch einer gewissen Logik.

          Nicht nur, weil offensichtlich ist, dass Trumps Drohungen Richtung Ankara in erster Linie innenpolitischen Zwecken dienen. Sondern auch, weil sich Trump außenpolitisch ohne Rücksicht auf langfristige Folgen regelmäßig in Sackgassen begibt und sich so vieler Einflussmöglichkeiten beraubt. Erdogan hat Anlass zu der Vermutung, er sei geschickter als Trump.

          Reinhard Veser

          Redakteur in der Politik.

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