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Gespräch mit Biden : Ein Telefonat macht aus Trump keinen Versöhner

Warnungen gab es genug: Donald Trump im Weißen Haus Bild: EPA

Plötzlich mimt Trump den Staatsmann, weil er einen Anruf von Joe Biden entgegennahm. Doch sein miserables Krisenmanagement lässt sich so einfach nicht übertünchen.

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          Das ist ja mal etwas Neues: Donald Trump sagt Nettigkeiten über einen Demokraten; über Joe Biden. Der ist bekanntlich nicht irgendein Demokrat, sondern einer, der gute bis sehr gute Chancen hat, der Herausforderer im Kampf um das Weiße Haus zu werden. Weswegen der Amtsinhaber, man erinnert sich, eine Verleumdungskampagne gegen ihn anzuzetteln versucht hatte; was wiederum ein peinliches Amtsenthebungsverfahren zur Folge hatte.

          Nun hat Biden, untätig und etwas orientierungslos zu Hause sitzend, Trump angerufen und mit ihm über die Corona-Krise gesprochen. Wunderbar, warmherzig, wirklich gut sei das Gespräch gewesen. Das ist schön. Angesichts weiter steigender Infektions- und Todeszahlen ruhen große Erwartungen auf dem Präsidenten, vor allem die, dass er sich der Krise gewachsen zeigt, dass er nicht weiter Salz in die Wunden der großen amerikanischen Spaltung reibt, sondern moralische Größe und Kompetenz zeigt.

          Gerade was das Krisenmanagement anbelangt, hat er sich bislang allerdings nicht sonderlich hervorgetan. In der Frühphase der Krise gab er meist dümmliche Kommentare zum Besten – während seinen Beratern die Dimension der Pandemie und deren politische und wirtschaftliche Folgen schon klar war. Düster waren ihre Prognosen. Man kann nur hoffen, dass sie sich geirrt haben. Anfang April spricht aber nichts dafür. Am Rat wird es nicht gelegen haben, wenn die Vereinigten Staaten einen fürchterlichen Preis zahlen werden, und zwar auf Jahre hinaus.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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