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Drittes Fernsehduell : Romney grenzt sich ab – gegen Obamas Vorgänger

  • -Aktualisiert am

Letzter Schlagabtausch vor den Fernsehkameras: Mitt Romney und Barack Obama in Boca Raton Bild: dapd

Im letzten Fernsehduell vor der amerikanischen Präsidentenwahl ging es um Fragen der Außen- und Sicherheitspolitik. Statt den Schlagabtausch mit Barack Obama zu suchen, führte Mitt Romney eine Art Schattenboxkampf gegen einen anderen Präsidenten.

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          Einmal standen sie hinter Stehpulten, einmal umkreisten sie sich auf einer Bühne und einmal saßen sie gemeinsam an einem Tisch. In drei Fernsehdebatten lieferten sich Präsident Barack Obama und sein republikanischer Herausforderer Mitt Romney einen jeweils anderthalbstündigen Schlagabtausch, der direkt im Fernsehen übertragen wurde. Bei jeder Runde schauten mehr als 65 Millionen potentielle Wähler zu. Jetzt sind es noch zwei Wochen bis zur Wahl. Am 7. November werden etwa 130 Millionen amerikanische Wähler entschieden haben, wer sie und die Weltmacht Vereinigte Staaten die kommenden vier Jahr führen soll.

          Matthias Rüb

          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Die Bilanz der drei Debatten ist ein Sieg für Romney, der ihn bis zum Wahltag tragen wird. Vor der ersten Debatte lag der ehemalige Gouverneur von Massachusetts in allen Umfragen weiter hinter Obama zurück. Schwer lag auf Romney der Schatten, den Obamas Wahlkampfstab mit einer effektiven Kampagne auf ihn geworfen hatte. Doch aus diesem Schatten vermochte Romney mit seinem klar besseren, kompetenteren und aggressiveren Auftreten in der ersten Debatte vom 3. Oktober in Denver in Colorado herauszutreten. Und seither hat er sich nicht mehr von Obama in den Schatten stellen lassen.

          Schattenboxen mit George W. Bush

          Während es in der ersten Debatte noch erklärtermaßen ausschließlich um innenpolitische Themen ging, sollte die zweite Debatte vom 16. Oktober in Hempstead im Bundesstaat New York jeweils zur Hälfte außen- und innenpolitische Themen abdecken. In Wahrheit ging es auch in der zweiten Runde, die Obama nach Punkten, aber nicht entscheidend gewann, fast ausschließlich um das entscheidende innenpolitische Thema: die Wirtschaft.

          Und jetzt also das dritte Fernsehduell von der Nacht zum Dienstag in Boca Raton in Florida, bei der es einzig um die Außen- und Sicherheitspolitik ging. Die Eingangsfrage vom souveränen, weil unauffälligen Moderator Bob Schieffer vom Fernsehsender CBS bezog sich auf den Anschlag auf das amerikanische Konsulat vom 11. September in der ostlibyschen Stadt Benghasi mit vier getöteten Amerikanern. Und schon mit seiner ersten Antwort setzte Romney den Ton und die Taktik für den ganzen Abend fest, und er wich in der Folge kein Jota davon ab: Er griff Obama nicht an wegen des Anschlags, er ignorierte die Frage buchstäblich, denn er wollte an diesem Abend gerade nicht als aggressiv erscheinen, sondern sich als das Gegenteil eines neokonservativen Falken präsentieren.

          Romney suchte an diesem Abend nicht den Schlagabtausch mit Obama, sondern er führte eine Art Schattenboxkampf gegen einen anderen Präsidenten: George W. Bush. Romneys Botschaft an die Fernsehzuschauer und an die Wähler lautete: Mit mir als Oberkommandierendem wird es keinen neuen Krieg geben – nicht in Iran, nicht in Syrien, und selbst aus Afghanistan würden unter seiner Führung wie auch von Obama versprochen die amerikanischen Truppen bis Ende 2014 abziehen.

          Ein symbolischer Schritt

          Romney beließ es bei der allgemeinen Forderung: „Amerika muss stark sein. Amerika muss führen.“ Und er warf Obama wiederholt vor, der Präsident habe sich auf eine „Entschuldigungs-Tournee“ in verschiedene Länder des muslimisch geprägten Nahen Ostens begeben, aber etwa dem Staat Israel keinen Besuch während seiner Präsidentschaft abgestattet. Obama wies den bekannten Vorwurf, er habe sich irgendwo für die Politik Amerikas entschuldigt, wütend zurück und stimmte Romney zugleich zu: „Die Welt braucht ein starkes Amerika.“ Dank seiner Führung seien die Vereinigten Staaten heute stärker und würden zudem ein höheres Ansehen in der Welt genießen als vor vier Jahren, sagte Obama.

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