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Drei Tage bis zur Wahl : Endspurt durch die Zeitzonen

  • -Aktualisiert am

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump mit seiner Frau Melania bei einem Wahlkampfauftritt in North Carolina Bild: AP

Trump legt einen Marathon an Wahlkampfterminen hin, für Clinton singen derweil Katy Perry und Stevie Wonder. Auch so kurz vor der Wahl tauchen noch kleine Skandale auf. Eine Übersicht.

          Wo die Kandidaten unterwegs sind:

          Wie gut, dass es in Amerika verschiedene Zeitzonen gibt. Sonst wäre der Wahlkampf-Marathon, den Donald Trump am Samstag hinlegt, gar nicht möglich. Der Republikaner hat am Morgen (Ortszeit) bereits versucht, Wähler in Tampa im Staat Florida zu mobilisieren, zum Mittag spricht er in North Carolina — dem Staat, der eigentlich immer konservativ gewählt hatte, bis Obama kam. Später geht es für Trump dann gen Westen, nach Nevada und Colorado, zwei weitere „Swing States“, in denen der Wahlausgang den Umfragen zufolge noch ungewiss ist. In einem Tag quer durch das ganze Land? Der Zeitunterschied und Trumps Privatjet machen es möglich.

          Hillary Clinton dagegen geht die finale Phase des Wahlkampfs entspannter an und scheint lieber andere für sich die Werbetrommel rühren zu lassen. Zwar spricht sie zur Stunde im Süden Floridas, später übernehmen dann allerdings ihr Vizekandidat Tim Kaine, ihr ehemaliger Gegenkandidat Bernie Sanders und Vizepräsident Joe Biden. Ehemann Bill und Tochter Chelsea sind derweil beide in North Carolina unterwegs, wenn auch in verschiedenen Städten. Aus der Familienzusammenführung wird vorerst nichts — erst am Montag, dem letzten Tag vor der Wahl, wird das Ehepaar Clinton mit Tochter, begleitet von Präsident Obama und dessen Frau in Philadelphia wieder gemeinsam auf der Bühne stehen.

          Katy Perry und Jay Z im Wahlkampf

          Wie auch Freitagabend, als Rapper Jay Z und Sängerin Beyoncé mit der Demokratin gemeinsam auftraten, werden am Samstag Promis weiter für Clinton Werbung machen: Jon Bon Jovi in Florida, Stevie Wonder und Katy Perry in Philadelphia. Es ist Clintons Versuch, in den kritischen Staaten vor allem an junge Wähler zu appellieren.

          Ob das funktioniert, ist allerdings fraglich. Einem Bericht der „New York Times“ zufolge sind am Freitag einige Konzertbesucher nach den Auftritten von Jay Z und Beyoncé direkt wieder gegangen, bevor Clinton selbst das Wort ergreifen konnte.

          Was Ärger bringen könnte:

          Am Freitag wurden zwei ehemalige Mitarbeiter von New Jerseys Gouverneur Chris Christie, einer von Trumps wenigen Verbündeten bei den Republikanern, im Skandal um die George Washington Brücke zwischen New Jersey und New York schuldig gesprochen. Die beiden hatten 2013 mehrere Fahrbahnspuren der Brücke sperren lassen, um politischen Druck auf den Bürgermeister von New Jersey auszuüben, der sich damals geweigert hatte, Christies Wiederwahl zu unterstützen. Die Sperrung hatte tagelang für starke Staus in der Region gesorgt. Noch ist umstritten, ob, wann, und wie viel Christie selbst davon gewusst habe. Er selbst bestreitet, von den Sperrungen irgendetwas gewusst zu haben.

          Umfragen

          Der ehemalige republikanische Präsidentschaftskandidat, der zuweilen als Vizepräsidentschaftskandidat für Trump gehandelt wurde, steht jedenfalls unter Druck. Am Samstag sollte er eigentlich für Trump in New Hampshire, einem weiteren „Swing State“, Werbung machen. Die Termine hat Christie nun abgesagt. Auch ist der Gouverneur aus New Jersey für Trumps „Transitioning Team“ verantwortlich, würde also bei der Zusammenstellung von dessen Regierungskabinett helfen.

          Fotos ohne Arbeitserlaubnis

          Dazu kommt, dass Trumps Ehefrau Melania in den Vereinigten Staaten wohl illegal gearbeitet hat. Vor 20 Jahren soll das Fotomodell aus Slowenien für zehn Aufträge insgesamt 20.056 Dollar (etwa 18.000 Euro) verdient haben, obwohl sie damals noch keine Arbeitserlaubnis hatte. Das berichtete die Presseagentur „Associated Press“ am Freitagabend.

          Um Clintons E-Mail-Skandal ist es dagegen in den letzten Tagen etwas ruhiger geworden, zumindest aus den Schlagzeilen ist das Thema weitestgehend verschwunden — vorerst.

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