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Trumps Journalistenschelte : Volk und Feind

Präsident Trump beschimpft auf der Pressekonferenz nach den Kongresswahlen den CNN-Journalisten Jim Acosta Bild: Reuters

Donald Trump bleibt sich treu. Die Auseinandersetzung des Präsidenten mit einem Fernsehreporter bestätigte seine Gegner. Aber auch der Journalist bot Angriffsfläche für den Vorwurf der „arroganten Medien“. Ein Kommentar.

          Donald Trumps Pressekonferenz nach den Kongresswahlen, die für ihn gar nicht schlecht ausgingen, liefert allen Munition, die finden, der Präsident sei für das Amt charakterlich ungeeignet und eine Gefahr für die Demokratie. Die Auseinandersetzung, die er sich mit einem Reporter lieferte und Beleidigungen einschloss, war eines Präsidenten unwürdig. Der Gipfel war die Diffamierung des Mannes als „Feind des Volkes“. Das ist Trumps Lieblingsschimpfwort für Journalisten, die ihn nicht lobpreisen; es wird auch hierzulande von Leuten gebraucht, die sich in antipluralistischem Größenwahn für das Volk halten.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

          Trump empfindet Kritik der Medien als Majestätsbeleidigung; dabei sind die Zeiten absoluter Herrscher doch vorbei, wenigstens im Westen. Seinen Anhängern dürfte der Wortwechsel wiederum als Beleg für die „Arroganz“ der Presse dienen. Der Reporter, dem prompt die Akkreditierung für das Weiße Haus entzogen wurde, trat auf, als sei er ein Inquisitor, der selbst entscheiden könne, ob und wann er ein Mikrofon zurückgibt. So macht der tapfere Held der Pressefreiheit mit im bösen Spiel des Präsidenten.

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