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Trumps Nordkorea-Politik : „Da kratzt sich die ganze Welt am Kopf“

  • -Aktualisiert am

Ein Mann in Südkorea verfolgt ein Nachrichtenprogramm über den Konflikt zwischen Amerika und Nordkorea Bild: AFP

Donald Trumps Minister haben ihre Nordkorea-Strategie den Kongressabgeordneten vorgestellt. Die Rhetorik des amerikanischen Präsidenten steht dabei im Widerspruch zu dem, was seine Regierung will.

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          Unaufgeregt und sachlich, so sei es zugegangen, als die Außen- und Sicherheitspolitiker der Trump-Regierung am Mittwoch Vertreter der Kongressparteien über die Strategie im Nordkorea-Konflikt unterrichteten, sagten Teilnehmer des Treffens. „Alle waren sehr professionell, sehr gemessen in dem, was sie sagten. Alle wissen, was auf dem Spiel steht. Es gab keine übers Ziel hinaus schießende Rhetorik“, sagte der republikanische Senator Bob Corker aus Tennessee. Dass das betont wurde, lag an der aggressiven Rhetorik von Präsident Donald Trump in den vergangenen Tagen. Der hatte mehrfach gesagt, dass aus seiner Sicht die Zeit des Redens im Nordkorea-Konflikt vorbei sei. Außenminister Rex Tillerson und Verteidigungsminister James Mattis erklärten den Kongressabgeordneten, sie setzten weiter auf eine Mischung aus Druck und Diplomatie. Die Raketenabwehrsysteme in Amerika, Japan und Südkorea wolle man stärken und sich für härtere Sanktionen gegen das Regime von Kim Jong-un einsetzen.

          Ein Entwurf für eine entsprechende UN-Resolution wurde am Mittwoch bekannt. Die amerikanische Regierung will demnach, dass die Vereinten Nationen alle Öl- und Gasexporte nach Nordkorea verbieten und alle finanziellen Mittel des Landes im Ausland einfrieren. Der Entwurf würde auch verhindern, dass Nordkorea Textilien exportieren kann. Außerdem wäre es anderen Ländern verboten, nordkoreanische Arbeiter zu beschäftigen. Der Vorschlag hat jedoch wenig Chancen auf Erfolg, da Russland und China ihn wohl blockieren werden.

          „Höllische Angst“

          Nach dem Treffen mit Mattis und Tillerson kritisierten am Mittwochabend einige Demokraten die Widersprüche zwischen der vorgestellten Strategie und der Rhetorik des Präsidenten. „Was sie sagen, ist sehr sinnvoll, aber leider widerspricht es direkt allem, was der Präsident sagt“, erklärte Senator Chris Murphy aus Connecticut. „Sie sprechen über eine Strategie die die Diplomatie an erste Stelle setzt, und die ist von ihrem Boss klar zurückgewiesen worden. Da kratzt sich die ganze Welt am Kopf“, so der Demokrat. „Es gibt eine unglaubliche Spaltung zwischen den Leuten in diesem Raum und ihrem Boss und das macht mir höllische Angst.“

          Trump hatte nach dem nordkoreanischen Wasserstoffbombentest am vergangenen Sonntag getwittert, die Vereinigten Staaten dächten darüber nach „jeglichen Handel mit allen Nationen“ zu stoppen, die Geschäfte mit Nordkorea machen. „Der Schurkenstaat Nordkorea ist eine Bedrohung und eine Peinlichkeit für China, das mit wenig Erfolg zu helfen versucht,“ so der Präsident.

          Unrealistisch und unnötig aggressiv in Richtung China, sagten Trumps Kritiker. Schließlich ist das Land Nordkoreas wichtigster Handelspartner – und amerikanische Geschäfte mit China könnte Trump nicht einfach so blockieren, ohne eine massive globale Krise zu verursachen. Auch andere Länder, wie Saudi-Arabien oder Mexiko, machen Geschäfte mit Nordkorea. Die amerikanische UN-Botschafterin Nikki Haley bemühte sich, die Drohung Trumps etwas weniger leer klingen zu lassen. Man werde sich alle Länder genau „ansehen“, die mit dem Land Handelsbeziehungen unterhielten, sagte Haley. Sie sagte allerdings auch, Nordkorea bettele regelrecht um einen Krieg.

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