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Trumps Kandidat Kavanaugh : Tragische Politisierung

  • -Aktualisiert am

Trumps Kandidat: Brett Kavanaugh Bild: AP

Einiges spricht dafür, dass Christine Blasey Ford die Wahrheit sagt, wenn sie Trumps Kandidaten für den Supreme Court sexuelle Belästigung vorwirft. Trotzdem sollte sie sich nicht instrumentalisieren lassen – wenn sie es noch kann.

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          Für seine Verhältnisse, und wirklich nur für seine Verhältnisse, hatte sich Donald Trump zunächst am Riemen gerissen. Er bemitleidete seinen Kandidaten für das Oberste Gericht, Brett Kavanaugh, zwar öffentlich dafür, dass ihm die Psychologieprofessorin Christine Blasey Ford plötzlich vorwirft, er habe vor 36 Jahren im Suff versucht, sie zu vergewaltigen. Doch immerhin fügte der Präsident anfangs stets hinzu, das angebliche Opfer müsse im Senat gehört werden, danach werde man weitersehen. Je länger sich der Streit darüber aber hinzog, desto unverblümter tat Trump die Frau dann doch als Lügnerin ab. Er habe keine Zweifel, so lautete ein Trump-Tweet, dass es einen Polizeibericht gäbe, wenn „Dr. Ford“ damals auf der Schülerparty „wirklich so schlimm angegriffen“ worden wäre.

          Kurz vor der Kongresswahl verzweifeln viele Republikaner darüber, dass Trump nicht aus seinen Fehlern lernt. Im vorigen Herbst hatte er die mit ähnlich großer Verzögerung erhobenen Vorwürfe mehrerer Frauen gegen den konservativen Senatskandidaten Roy Moore ungeniert zum Teil jener „Hexenjagd“ erklärt, der er sich durch Linke, Medien und das Establishment ausgesetzt sieht. So ebnete er einem Demokraten den Weg zum Sieg im erzkonservativen Alabama.

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