https://www.faz.net/-gpf-8o2fo

Donald Trumps Kabinett : Ben Carson wird Wohnungsbauminister

Trotz wenig Erfahrung zieht Ben Carson in Donald Trumps Kabinett ein: Er wird Wohnungsbauminister. Bild: AP

Der ehemalige Konkurrent Donald Trumps im Rennen um die amerikanische Präsidentschaft, Ben Carson, soll Wohnungsbauminister werden. Einen anderen Posten hatte er ausgeschlagen.

          1 Min.

          Ben Carson soll amerikanischer Minister für Wohnungsbau und Stadtentwicklung werden. Das berichten mehrere Medien übereinstimmend unter Berufung auf eine Stellungnahme des Teams von Donald Trump. Der designierte amerikanische Präsident war schon lange an den Diensten Carsons interessiert. Nach Trumps Wahlsieg war der ehemalige Arzt im Gespräch für den Posten als Gesundheitsminister, sagte jedoch ab, mit der Begründung, er habe nicht genug administrative Erfahrung, um ein Ministerium zu führen.

          Oliver Kühn

          Redakteur in der Politik.

          In der Stellungnahme heißt es, Trump sei „begeistert“ von der Nominierung Carsons. Dieser sei „brilliant und brenne darauf, das Gemeinwesen“ zu stärken, berichtet der „Guardian“. Carson teile Trumps Optimismus, was Amerikas Zukunft angeht, und unterstützte den künftigen Präsidenten darin, dass die Trump-Administration alle Amerikaner repräsentiere, heißt es weiter.

          Nach Carsons freiwilligem Rückzug blieben er und Trump aber augenscheinlich weiter im Gespräch. So hatte er schon im November auf dem Kurznachrichtendienst Twitter verkündet, er werde bald präzisieren, wie er helfen werde, Amerika wieder großartig zu machen. Auch auf dem sozialen Netzwerk Facebook schrieb er am gleichen Tag, dass er nach intensiven Diskussionen mit dem Trump-Team seine Meinung geändert habe, nicht ausreichend erfahren zu sein für ein Ministeramt. Er habe das Gefühl einen „signifikanten Beitrag dazu leisten zu können, Amerikas Innenstädte wieder für alle großartig“ zu machen.

          Trump und der 65 Jahre alte Carson hatten sich im Vorwahlkampf der Republikaner ein hartes Rennen geliefert. Zeitweise lag der konservative Carson in den Umfragewerten sogar vor Trump. Nachdem klar war, dass er keine Chance mehr haben werde, zog er sich zurück und stellte sich im März hinter Trump. Sie haben das „Kriegsbeil begraben“, hieß es damals.

          Bilderstrecke

          Carson ist ehemaliger Neurochirurg, der im Wahlkampf darauf gesetzt hatte, dass Bekanntheit ausreichen könne, gewählt zu werden. In seinem Fall traf das jedoch nicht zu, obwohl er der jüngste Arzt war, der  jemals eine Abteilung im renommierten John-Hopkins-Krankenhaus geleitet und 2008 die Medal of Freedom, die höchste zivile Auszeichnung der Vereinigten Staaten, erhalten hatte. Dazu kam, dass er versuchte, ein Porträt von sich und seiner Jugend zu zeichnen, das nicht mit der Realität übereinstimmte. Im Wahlkampf betonte Carson seinen christlichen Glauben und tat sich als scharfer Abtreibungsgegner hervor.

          Weitere Themen

          Erst Spender, dann Botschafter

          Trumps Präsidentschaft : Erst Spender, dann Botschafter

          Ein Drittel aller von Donald Trump nominierten Botschafter scheint sich vor allem durch eines auszuzeichnen: großzügige Spenden an die Republikaner. Allerdings hat auch sein Vorgänger Barack Obama schon gerne Großspender in den diplomatischen Dienst berufen.

          Stehen die Republikaner weiter hinter Trump?

          Ukraine-Affäre : Stehen die Republikaner weiter hinter Trump?

          Der amerikanische Botschafter in der Ukraine, William Taylor, hat Donald Trump vor dem Kongress schwer belastet. Die Republikaner reagierten mit Solidaritätsbekundungen, aber einige in der Partei setzen sich auch von ihrem Präsidenten ab.

          Topmeldungen

          Der Ökonom Gabriel Zucman, Professor für Volkswrtschaftslehre an der Berkeley-Universität in Kalifornien.

          Ökonom Zucman : „Die Reichen zahlen weniger Steuern als die Armen“

          In Amerika zahlen die Reichsten einen geringeren effektiven Steuersatz auf ihr Einkommen. Ökonom Gabriel Zucman spricht über die Erkenntnisse seiner Forschung, gebeutelte Arbeiter und den langen Schatten der Sklavenhalter.

          AKK-Vorstoß : Gezielte Überrumpelung

          Annegret Kramp-Karrenbauer hat den Koalitionspartner mit ihrem Syrien-Vorstoß schwer düpiert. Jetzt muss sie ihre Idee so seriös weiterentwickeln, dass sie dem Vorwurf entgeht, es sei ihr nur um die eigene Profilierung gegangen.

          Sorgen beim FC Bayern : „Es muss alles besser werden“

          Drittes Spiel, dritter Sieg: Doch die Münchner zeigen in der Champions League in Piräus viele Mängel. Sportdirektor Salihamidzic übt deutliche Kritik. Dazu kommt Verletzungspech. Der nächste Spieler fehlt lange.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.