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Trump-Gegner Pete Buttigieg : Ein Shooting-Star der Demokraten?

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Bürgermeister mit großen Ambitionen: Pete Buttigieg bei einem Treffen mit Wählern Anfang März in Portsmouth, New Hampshire Bild: EPA

Vor einigen Monaten kannte ihn noch niemand, jetzt überrascht er mit Fundraising-Erfolgen: Pete Buttigieg ist einer der interessantesten Kandidaten für den Präsidentschaftswahlkampf 2020. Der 37 Jahre alte Bürgermeister aus Indiana will Geschichte schreiben.

          Jeder Dollar zählt im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten. Und einer überraschte dieser Tage mit unerwartet guten Ergebnissen beim Spendensammeln: Pete Buttigieg, der 37 Jahre alte Bürgermeister von South Bend in Indiana, sammelte im ersten Quartal sieben Millionen Dollar ein. „Das ist der größte A-Star-is-Born-Moment, seit Lady Gaga ,Shallow' gesungen hat“, jubelte David Brooks, Kolumnist der „New York Times“. Wo immer Buttigieg auftritt, sind die Amerikaner beeindruckt von seiner Herzlichkeit – und sein origineller Name bleibt zumindest im Gedächtnis. Die Aussprache-Vorschläge reichen von Battigieg (falsch) zu Boot-edge-edge oder Buut-i-tschetsch (richtig). Für die meisten sei er aber ohnehin „Mayor Pete”, schrieb er in einem Text für die Webseite „Medium“.

          Sein Name sei in Malta, wo sein Vater herkommt, ziemlich gewöhnlich. Buttigiegs Vater emigrierte 1970 nach Amerika und heiratete dort. Der Sohn wuchs in South Bend auf und wurde schon mit 29 Jahren Bürgermeister. In der Stadt leben etwa 102.000 Menschen, der Großraum hat rund 320.000 Einwohner. Während Buttigiegs erster Amtszeit ab Januar 2012 erlebte South Bend einen wirtschaftlichen Aufschwung, im November 2015 wählten ihn mehr als 80 Prozent der Bürger wieder.

          Buttigieg ist für viele ein interessanter Kandidat, weil er im ländlichen Amerika verwurzelt ist und mit vielen Leuten dort ein aktives Leben als Christ gemeinsam hat. Gleichzeitig vertritt er viele linksliberale Positionen und ist seit 2018 mit einem Mann verheiratet. Buttigieg studierte Politik, Philosophie und Wirtschaft in Harvard und Oxford, war Rhodes-Stipendiat – trotzdem sei er kein abgehobener Intellektueller, betonen seine Fans gern. „New York Times“-Kolumnist Brooks glaubt, das Erfolgsgeheimnis des Mannes aus Indiana erkannt zu haben: Der sei ein Demokrat ohne das „moralische Drama“. Tatsächlich gibt sich Buttigieg gern pragmatisch. „Bürgermeister seiner eigenen Heimatstadt zu sein ist der beste Job in Amerika, zum Teil deswegen, weil es relativ unparteiisch zugeht – wir konzentrieren uns auf Resultate, nicht auf Ideologien“, schrieb er. Seinen „Medium“-Text nannte er einen „Brief aus Flyover Country“. Das „Land zum Drüberfliegen“, so nennen arrogante Städter von den Küsten – angeblich – das amerikanische „Kernland“.

          Buttigiegs Botschaft richtet sich nicht nur an demokratische Stammwähler, sondern auch an die rationalen Konservativen im Land. Sie will er von Donald Trump weglocken – mindestens so lange, wie der die Republikaner im Griff hat. „Die Demokratische Partei ist wichtiger denn je, jetzt, wo eine feindliche Übernahme der Republikanischen Partei einen dünnhäutigen Autoritaristen an die Macht gebracht hat, der weder liberal, noch konservativ, noch moderat ist“, schrieb er bei „Medium“. Gleichzeitig schwinde der Einfluss der Demokraten vielerorts – und das werde so weitergehen, wenn die Partei nicht endlich ein überzeugendes Programm liefere. Man müsse endlich über die Werte reden, die die eigene Politik definieren sollten, nicht nur über Wahltaktik, fordert Buttigieg: „Ich bin ein Demokrat, weil ich daran glaube, die Freiheit, Fairness, Familien und die Zukunft zu schützen.“

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