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Trump als Unternehmer : Überall und nirgends

Berüchtigt für seine kontroversen Aussagen: Präsidentschaftskandidat der Republikaner Donald Trump. Bild: AP

An Donald Trump kommt in Amerika derzeit kaum jemand vorbei, doch ausgerechnet in seiner Heimatstadt New York ist sein Einfluss begrenzt. Vor allem sein soziales Engagement ist dürftig – und die Meinung vieler New Yorker über ihn eindeutig.

          Lauren Lawrence hat Donald Trump schon oft gesehen. Einmal war die 63 Jahre alte Buchautorin sogar im dreistöckigen Penthouse des New Yorker Immobilienmagnaten im Trump Tower an der Fifth Avenue. Es war im Präsidentschaftswahlkampf vor vier Jahren, als Lawrence der Kampagne von Mitt Romney half, dem damaligen Bewerber der Republikanischen Partei. Trump war Gastgeber für eine Veranstaltung, die Geld in Romneys Wahlkampfkasse bringen sollte. Mehrere hundert Menschen tummelten sich in der Wohnung, die berüchtigt ist für ihr pompöses Dekor mit Vergoldungen und sonstigen Schnörkeln.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Für Lawrence, eine gebürtige New Yorkerin, war es ein Zeichen der Großzügigkeit von Trump, sein Zuhause zur Verfügung zu stellen. „Er war schon immer ein anständiger Mann, und er hat ein riesengroßes Herz.“ New Yorker haben nach ihrer Auffassung allen Grund, stolz auf Trump zu sein, der mittlerweile selbst Präsident werden will und beste Aussichten hat, Kandidat der Republikaner zu werden. „Er ist eine Ikone der Stadt.“

          Freilich hat Trump mit einer Serie umstrittener Äußerungen und diversen Verbalattacken auf Kritiker und Konkurrenten dafür gesorgt, dass längst nicht alle Menschen in New York so gut auf ihn zu sprechen sind wie Lawrence. Das fängt schon beim Bürgermeister Bill de Blasio an, der sich derzeit regelmäßig zu Wort meldet, um sich von dem berühmten Sohn der Stadt zu distanzieren. „Verhält sich wie ein Rassist, spricht wie ein Rassist ... natürlich ist Donald Trump ein Rassist“, twitterte de Blasio unlängst.

          „Trump spricht unsere schlimmsten Impulse an.“

          Sein Vorgänger Michael Bloomberg, der bis vor kurzem selbst über eine Präsidentschaftskandidatur nachdachte, hat keine viel bessere Meinung: „Trump spricht unsere schlimmsten Impulse an.“ Nur ein einziges Mal im bisherigen Wahlkampf hat Trump in seiner Heimatstadt auf breiter Front Applaus bekommen. Das geschah, als sein Rivale Ted Cruz ihm vorwarf, „New Yorker Werte“ zu verkörpern, womit er meinte, Trump sei zu liberal und kein wahrer Konservativer. Trump konterte, das sei „beleidigend“. New Yorker seien „wunderbare Leute“, wie sie nach den Terroranschlägen im Jahr 2001 der ganzen Welt bewiesen hätten.

          Egal, was New Yorker von Trump halten, entkommen können sie ihm nur schwer, schließlich hat er einen Hang dazu, sich prominent in Szene zu setzen. Neben dem Trump Tower, in dem sich sein Penthouse befindet, hat er sich noch mit diversen anderen Wolkenkratzern Denkmäler geschaffen, zum Beispiel dem Trump World Tower gegenüber den Vereinten Nationen oder dem Trump International Hotel & Tower am Central Park. Trumps Name prangt auch an den beiden Eislaufbahnen im Central Park und auf einem im vergangenen Jahr eröffneten Golfplatz im Stadtteil Bronx. Dabei ist in New York wie auch anderswo längst nicht alles, was Trumps Namen trägt, sein Eigentum. Oft beschränkt er sich auf das Management eines Projekts, oder er macht auf noch einfachere Weise Kasse, indem er seinen Namen an andere Immobilienentwickler lizenziert. Und dann gibt es noch all die anderen Produkte von Krawatten bis zu Wodka, die, mal mehr und mal weniger erfolgreich, mit Trumps Namen vermarktet werden.

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