https://www.faz.net/-gpf-8mgk2

Präsidentenwahl in Amerika : Zwei prominente Republikaner nähren Trumps Manipulationsvorwurf

  • Aktualisiert am

Donald Trump vor einem Auftritt in Portsmouth im Bundesstaat New Hampshire Bild: AFP

Verstorbene auf den Wahllisten, mehrfache Stimmabgaben, ein „Staatsstreich“ - zwei bekannte Republikaner schließen sich Trumps Vorwurf der Wahlmanipulationn an. Die These spaltet die Partei.

          2 Min.

          Zwei führende Republikaner haben sich den Vorwurf ihres Präsidentschaftskandidaten Donald Trump zu eigen gemacht, die Wahl werde manipuliert werden. Sie warfen den Demokraten systematischen Wahlbetrug in einigen der größten Städte des Landes vor. „Sie lassen Verstorbene auf den Wahllisten, und dann bezahlen sie Leute dafür, vier, fünf, sechs, sieben, acht, neun Mal an Stelle der Toten zu wählen“, sagte der frühere New Yorker Bürgermeister Rudolph Giuliani dem Sender CNN. „Tote wählen grundsätzlich Demokraten.“

          Rudolph Giuliani

          Giuliani sowie der frühere Sprecher des Abgeordnetenhauses Newt Gingrich nannten insbesondere Philadelphia als Brutstätte des Wahlbetrugs. Zu sagen, es gäbe in Philadelphia keinen Stimmendiebstahl, „würde die Realität verleugnen“, sagte Gingrich dem Sender ABC. Auf die Frage, ob auch die Republikaner Stimmen fälschten, antwortete er: „Das ist selten der Fall.“ Denn „sie kontrollieren die Innenstädte nicht so wie die Demokraten“. Am besten würde die Wahl wohl als „Staatsstreich“ beschrieben, so Gingrich.

          Newt Gingrich

          Trump hatte immer wieder Manipulationsvorwürfe geäußert, ohne jedoch Beweise vorzulegen, und seine Anhänger dazu aufgerufen, die Wahllokale zu kontrollieren. Seine Gegner werfen Trump vor, dadurch Wähler der Demokraten einschüchtern zu wollen. Er höre einfach „zu viele Geschichten über Pennsylvania und bestimmte Gebiete“, sagte Trump auf einer Wahlkampfveranstaltung in Pennsylvania früher im Oktober. „Wir dürfen ihnen das nicht durchgehen lassen.“

          Andere republikanische Politiker hatten sich klar von Trumps Manipulationsvorwürfen distanziert. So ließ der Sprecher des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, mitteilen, er habe „volles Vertrauen, dass die einzelnen Staaten diese Wahl mit Integrität ausführen werden“. Mehrere Bundesrichter hatten bereits erklärt, es gebe keine Hinweise auf systematischen oder großflächigen Wahlbetrug in Amerika. Überdies kritisierte auch der republikanische Leiter der Wahlbehörde von Ohio Trumps Aussagen. Es sei „falsch und verantwortungslos“, wenn ein Kandidat die Integrität von Wahlen in Frage stelle, ohne Beweise vorzulegen, sagte Jon A. Husted der „New York Times“. „Wir haben es einfach gemacht zu wählen und schwierig zu betrügen.“ Der auf Wahlrecht spezialisierte republikanische Rechtsanwalt Chris Ashby nannte Trumps Vorwürfe in der Zeitung „beispiellos“; Trump destabilisiere damit die Wahl.

          Sehr viel milder als Trump formulierte der republikanische Kandidat für die Vizepräsidentschaft, Mike Pence. Er versicherte dem Sender NBC, dass Trump und er das Ergebnis der Präsidentenwahl am 8. November „absolut“ akzeptieren würden. Trotzdem seien die Medien „voreingenommen“, woraus das Gefühl einer „Wahlmanipulation“ resultiere, so Pence. Wahlen seien stets sehr hart, aber die Vereinigten Staaten hätten eine „großartige Tradition der friedlichen Machtübergabe“.

          Gleichwohl twitterte Trump nur kurze Zeit später am Sonntag: „Die Wahl wird ganz sicher manipuliert von den uneherlichen und einseitigen Medien, die die betrügerische Hillary unterstützen - und auch in vielen Wahllokalen - traurig.“

          Weitere Themen

          Stehen die Republikaner weiter hinter Trump?

          Ukraine-Affäre : Stehen die Republikaner weiter hinter Trump?

          Der amerikanische Botschafter in der Ukraine, William Taylor, hat Donald Trump vor dem Kongress schwer belastet. Die Republikaner reagierten mit Solidaritätsbekundungen, aber einige in der Partei setzen sich auch von ihrem Präsidenten ab.

          Topmeldungen

          Will nicht weichen: Baschar al Assad am Mittwoch in Idlib

          Syrien-Konflikt : Wer Schutz verspricht, muss schützen

          Seit Jahren wird über sichere Zonen in Syrien diskutiert, doch nie waren die Umstände widriger. Nato-Mitglieder zweifeln an Deutschlands Motiven – derweil spielen russische und türkische Einsatzkräfte vor Ort ihre Macht aus.

          39 Tote in Lkw : Polizei verfolgt Spuren

          Nach dem Leichenfund in England durchsucht die Polizei Wohnungen, die offenbar mit dem Fahrer zu tun haben. Über die Route des Lkw gibt es etwas mehr Klarheit.
          Unser Sprinter-Autor: Martin Benninghoff

          F.A.Z.-Sprinter : Trumps starke Männer

          Zwei Autokraten können über Kramp-Karrenbauers Vorstoß nur müde lächeln, ein Diktator lernt das Laufen – und Arnold Schwarzenegger ist mehr als souverän. Was sonst noch wichtig, der F.A.Z.-Sprinter.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.