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Inhaftierter Pfarrer Brunson : Trump: „Wir werden nichts zahlen“

  • Aktualisiert am

Präsident Trump nach seiner Rede am 13. August in Fort Drum im Bundesstaat New York Bild: AFP

Washington zeigt Ankara die kalte Schulter. Sicherheitsberater Bolton lehnt Verhandlungen mit der Türkei über die Freilassung von Pfarrer Brunson ab.

          Im Streit mit der Türkei hat Amerikas Präsident Donald Trump seine harte Haltung bekräftigt. Das Land habe die Vereinigten Staaten viele Jahre ausgenutzt, schrieb Trump am späten Donnerstagabend auf Twitter. Nun hielten sie „unseren wunderbaren christlichen Pastor“ als Geisel, erklärte er unter Anspielung auf den in der Türkei festgehaltenen Andrew Brunson. „Wir werden nichts zahlen für die Freilassung eines unschuldigen Mannes, aber wir setzen bei der Türkei nach“, schrieb er, ohne die Aussage weiter zu erläutern.

          Aus amerikanischen Regierungskreisen verlautete, Trumps Nationaler Sicherheitsberater John Bolton habe es bei einem Treffen mit dem türkischen Botschafter Serdar Kilic abgelehnt, über Bedingungen für die Freilassung des Geistlichen zu sprechen. Es werde keine Verhandlungen geben, habe Bolton gesagt und gefordert: „Lassen Sie Brunson frei.“

          Die amerikanische Regierung hat mit neuen Sanktionen gedroht, sollte Brunson nicht bald freigelassen werden. Türkische Ermittler werfen ihm Verbindungen zu dem in den Vereinigen Staaten lebenden Geistlichen Fethullah Gülen vor, der nach Darstellung der Regierung in Ankara hinter dem Putschversuch vor zwei Jahren steckt. Brunson und Gülen weisen die jeweiligen Vorwürfe zurück. Der Streit zwischen den Nato-Verbündeten belastet auch die türkische Währung.

          Der evangelikale Pfarrer Brunson sitzt seit Oktober 2016 unter Spionage- und Terrorvorwürfen in türkischer U-Haft. Präsident Trump und sein Vize Mike Pence dringen seit langem auf seine Freilassung. Am Mittwoch wies ein Gericht in Izmir einen abermaligen Antrag Brunsons auf seine Freilassung zurück.

          Anfang August verhängte Trump wegen des Konflikts Sanktionen gegen zwei türkische Minister und schickte damit die ohne schwächelnde türkische Lira auf Talfahrt. Außerdem verdoppelte Trump die Zölle auf türkische Stahl- und Aluminiumimporte. Als Vergeltung rief der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan seine Landsleute am Dienstag zum Boykott elektronischer Geräte aus Amerika auf. Am Mittwoch hob die türkische Regierung die Einfuhrzölle auf mehrere amerikanische Produkte deutlich an.

          Von den neuen Zöllen, die Erdogan per Dekret in Kraft setzte, sind vor allem Autos, alkoholische Getränke, Tabak- und Kosmetikprodukte aus Amerika betroffen. Für Autos betragen sie 120 Prozent, für alkoholische Getränke 140 Prozent und für Tabak 60 Prozent. Trumps Sprecherin Sarah Sanders erklärte dazu am Mittwoch, die Anhebung der Zölle sei „sicher bedauerlich und ein Schritt in die falsche Richtung“.

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