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David Petraeus : Macht Trump den Irakkrieg-General zum Außenminister?

  • Aktualisiert am

Bild: AFP

David Petraeus hat im Vorstellungsgespräch überzeugt: „Sehr beeindruckt“ zeigte sich Donald Trump von dem ehemaligen General und CIA-Chef. Eine andere wichtige Personalentscheidung hat er bereits getroffen.

          Auf seiner Suche nach einem Kandidaten für den Posten des Außenministers hat der designierte amerikanische Präsident Donald Trump den früheren General David Petraeus ins Auge gefasst. Nach einem einstündigen Gespräch mit Petraeus an seinem New Yorker Firmensitz zeigte sich Trump am Montag „sehr beeindruckt“, wie er über Twitter erklärte.

          Auch Petraeus sprach von einem „sehr guten Treffen“. Trump habe dabei „ein großes Verständnis für die unterschiedlichen Herausforderungen“ demonstriert, sagte Petraeus nach dem Gespräch, bei den Themen sei es „rund um die Welt“ gegangen. Der ehemalige General hatte vergangene Woche in einem Interview erklärt, er stünde für einen Posten in Trumps Regierung zur Verfügung, wenn er gefragt würde.

          Petraeus zählt zu den prominentesten Militärs in den Vereinigten Staaten. Er war Oberbefehlshaber der Nato-Kräfte in Afghanistan und Chef des für den kompletten Nahen Osten zuständigen US Central Command. Er war maßgeblich an der Eroberung des Iraks im Jahr 2003 beteiligt und befehligte dort bis 2010 die amerikanischen Truppen.

          Als CIA-Chef zurückgetreten

          2011 wurde Petraeus Chef des Auslandsgeheimdienstes CIA. Diesen Posten musste er nach einem Jahr räumen, nachdem eine außereheliche Affäre mit seiner Biografin bekanntgeworden war. Zudem wurde ihm falsche Handhabung von Verschlusssachen vorgeworfen, weswegen er 2015 zu zwei Jahren auf Bewährung und einer Geldstrafe von 100.000 Dollar verurteilt wurde.

          An diesem Dienstag will Trump seine Gespräche über die Berufung für das State Department fortsetzen. Geplant war ein zweites Treffen mit dem früheren Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney. Gegen Romney gibt es allerdings unter Trumps engsten Beratern starke Vorbehalte, weil er im Wahlkampf zu den schärfsten innerparteilichen Kritikern des Rechtspopulisten gezählt hatte.

          Ebenfalls am Dienstag will Trump den republikanischen Senator Bob Corker treffen. Er ist Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im US-Senat. Als weiterer Anwärter für den Spitzenposten im Außenamt gilt seit längerem New Yorks früherer Bürgermeister Rudy Giuliani, der ein früher Unterstützer Trumps ist.

          Neuer Gesundheitsminister steht wohl fest

          Den Obamacare-Kritiker Tom Price will Trump offenbar zum Gesundheitsminister machen. Trump werde seine Entscheidung am Dienstag mitteilen, sagte ein Vertreter der Republikanischen Partei am Montag. Price ist Abgeordneter aus dem Bundesstaat Georgia und gehört wie Trump selbst zu den großen Kritikern der Gesundheitsreform des scheidenden Präsidenten Barack Obama.

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          Im Wahlkampf hatte Trump erklärt, er werde als Staatsoberhaupt wichtige Gesetze zurücknehmen und durch andere ersetzen, darunter die von Obama eingeführte allgemeine Krankenversicherung. Das entsprechende Gesetz von 2010 hatte Trump als Desaster bezeichnet. Nach seiner Wahl sagte Trump in einem Interview, er erwäge, zumindest Teile der Gesundheitsreform zu erhalten. Durch Obamacare sind Millionen Amerikaner erstmals in den Genuss einer Krankenversicherung gekommen. Die Republikaner haben die Gesundheitsreform aber mehrheitlich abgelehnt.

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