https://www.faz.net/-gpf-9aqe5

Rod Blagojevich : Trump will korrupten Gouverneur vorzeitig aus Haft entlassen

  • Aktualisiert am

2011 wurde Rod Blagojevich zu 14 Jahren Haft verurteilt. Bild: AP

Weil er Barack Obamas Senatsposten verkaufen wollte, sitzt Blagojevich seit 2012 im Gefängnis. Nun will Trump den Demokraten begnadigen – und sendet damit womöglich auch ein Signal an alte Weggefährten.

          Der amerikanische Präsident Donald Trump erwägt, die Haftstrafe eines umstrittenen  ehemaligen Gouverneurs zu verkürzen, der mit einem Skandal um den Senatssitz von Barack Obama für Schlagzeilen gesorgt hatte. Trump sagte am Donnerstag, er ziehe es ernsthaft in Betracht, die Strafe des Demokraten Rod Blagojevich zu verkürzen.

          Blagojevich war 2011 zu 14 Jahren Haft in einem Korruptionsfall verurteilt worden. Er hatte als Gouverneur von Illinois unter anderem versucht, den durch die Präsidentschaftswahl 2008 freigewordenen Senatsposten von Barack Obama gegen Geld zu verschachern. Obama saß für Illinois im Kongress. Blagojevich waren neben Falschaussage auch versuchte Erpressung, Betrug und kriminelle Geschäftemacherei angelastet worden. Er trat seine Gefängnisstrafe 2012 an.

          Trump sagte, Blagojevich sei zu Unrecht dafür bestraft worden, dass er „dumm“ sei und Dinge gesagt habe, die viele andere Politiker sagten. Blagojevich hatte 2010 an Trumps Fernsehshow „Celebrity Apprentice“ teilgenommen.

          Der Präsident erklärte zudem, dass auch die Lifestyle-Ikone Martha Stewart unfair behandelt worden sei. Stewart hatte Aktien eines Pharmaunternehmens verkauft, nachdem sie einen Insidertipp bekommen hatte. Sie wurde 2004 zu einer fünfmonatigen Haftstrafe verurteilt.

          Am Donnerstagmorgen hatte Trump den konservativen Autor und Filmemacher Dinesh D’Souza begnadigt. Er war 2014 wegen Verstößen gegen Regeln zur Wahlkampffinanzierung zu fünf Jahren auf Bewährung verurteilt worden.

          Manche Kommentatoren werteten die Begnadigung als mögliches Signal Trumps an seinen langjährigen persönlichen Anwalt Michael Cohen und seinen ehemaligen Wahlkampfchef Paul Manafort in der Russland-Affäre. Gegen Cohen wird Berichten zufolge wegen Bankbetruges und Verletzung von Regeln zur Wahlkampffinanzierung ermittelt. Manafort wurde unter anderem wegen Geldwäsche angeklagt.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Würde Kanzlerin: Annegret Kramp-Karrenbauer

          Sonntagsfrage : Kramp-Karrenbauer vor SPD-Konkurrenten

          Die neue CDU-Vorsitzende würde in einer Direktwahl sämtliche Sozialdemokraten deutlich überflügeln. Altkanzler Schröder warnt die Partei derweil vor einem Linkskurs. Wahlen würden in der Mitte gewonnen, sagt er.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.