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Wahlkampf in Amerika : Trump will als Präsident massiv aufrüsten

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Donald Trump im Wahlkampf (hierin New York): Er will das Militär aufrüsten und den IS vernichten. Bild: Reuters

Donald Trump schärft sein militärisches Profil: Er kündigt an, das Militär-Budget kräftig zu erhöhen und fordert einen Plan zur Vernichtung der Terrormiliz IS. Hillary Clinton äußert sich derweil zu Bodentruppen im Irak und Syrien.

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          Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat für den Fall eines Wahlsiegs eine erhebliche Erhöhung der Ausgaben für das Militär angekündigt. Zwar nannte er bei einem Auftritt in Philadelphia am Mittwoch keine konkrete Summe. Er forderte aber Hunderte neue Flugzeuge, Schiffe und U-Boote sowie ein modernisiertes Raketenabwehrsystem.

          Die Streitkräfte des Landes seien völlig „ausgelaugt“ und müssten unbedingt verstärkt werden, sagte der populistische Milliardär am Mittwoch. Präsident Barack Obama warf er vor, die Armee auf 450.000 Soldaten verkleinern zu wollen. Er werde stattdessen das Truppenkontingent auf 540.000 aufstocken.

          Zur Finanzierung werde er unter anderem die vom Kongress 2011 festgelegten Grenzen für die Militärausgaben aufheben und nicht gezahlte Steuern in Milliardenhöhe eintreiben.

          Vernichtung des IS

          Zudem würde er im Falle der Machtübernahme das Militär verpflichten, innerhalb von 30 Tagen einen Plan zur „Vernichtung“ der Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) vorzulegen, sagte Trump weiter. „Dies erfordert militärische Kriegsführung, Cyber-Kriegsführung, finanzielle Kriegsführung und ideologische Kriegsführung“.

          Der Kampf gegen und die Angst vor dem IS ist eines der Haupt-Wahlkampfthemen von Trump, der im August Präsident Barack Obama als „Gründer“ der Dschihadistenmiliz bezeichnet hatte. „Und ich würde sagen, die Mitbegründerin ist die schurkige Hillary Clinton“, sagte Trump vor einem Monat mit Blick auf seine demokratische Rivalin.

          Clinton: Nie mehr Bodentruppen in den Irak

          Derweil hat Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton die Entsendung von amerikanischen Bodentruppen in den Irak oder nach Syrien im Kampf gegen den Terror ausgeschlossen. „Wir schicken niemals wieder Bodentruppen in den Irak“, sagte Clinton bei einem Wahlkampfforum zur Sicherheitspolitik in Philadelphia. Bei der vom Fernsehsender MSNBC organisierten Veranstaltung nahmen hintereinander Clinton und ihr republikanischer Kontrahent Donald Trump zu sicherheitspolitischen Themen Stellung.

          Auch Hillary Clinton hat das amerikanische Militär in ihrem Wahlkampf im Blick (hier auf einer Veranstaltung am 7. September in New York).

          Es werde unter ihrer Führung auch keine Bodentruppen der amerikanischen Streitkräfte in Syrien geben, sagte Clinton. Sie setzt damit die Politik von Amtsinhaber Barack Obama fort, der dies ebenfalls ablehnt.

          Donald Trump setzte sich bei der Veranstaltung vehement für eine Stärkung der Streitkräfte und eine Aufhebung der Finanzgrenzen zu deren Budgets ein. Die Obama-Administration habe die Armee geschwächt. Die Forderung steht im Gegensatz zu früheren Aussagen Trumps, er wolle sich als Präsident weniger in internationale Angelegenheiten einmischen und sogar Nato-Partnern im Zweifel nur dann helfen, wenn das Geld stimmt. Trump erneuerte seine Bewunderung für Russlands Präsident Wladimir Putin.

          Trump und Clinton wurden am Mittwochabend beide zu einer Fernsehsendung erwartet. Thema ist die Rolle des amerikanischen Präsidenten als Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Dabei sollten sie im Fernsehsender NBC aber nicht zusammen befragt werden - die erste direkte Debatte der beiden Präsidentschaftskandidaten soll es erst am 26. September geben.

          Clinton präsentiert Unterstützerliste mit 95 Generälen a.D.

          Doch auch Hillary Clinton hat das Militär fest im Blick. Nachdem Donald Trump am Dienstag mit einer Namensliste von 88 ihn unterstützenden Ruhestands-Generälen aufgetrumpft hatte, setzte Hillary Clinton am Mittwoch nach. Ihre Wahlkampfzentrale präsentierte eine Liste mit sogar 95 Generälen a.D., die sich für Hillary Clinton als zukünftige Präsidentin und Oberbefehlshaberin der Streitkräfte aussprachen.

          „Hillary Clinton ist die einzige Kandidatin, die die Erfahrung hat, den Charakter, die kritische Denke und die Führungsfigur auf Augenhöhe ist, die Amerikas Sicherheit gewährleisten kann und unsere Zusammenarbeit mit unseren Partner aufrechterhält“, sagte General Lloyd Newton stellvertretend für die Gruppe.

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