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Amerika unter Trump : Wie wir das Schlimmste verhindern können

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Wird Donald Trump freiwillig gehen oder aus dem Amt entfernt werden? Darauf kann Amerika nicht hoffen. Bild: dpa

Wir können nicht darauf warten, dass Donald Trump einfach so verschwindet. Wir haben keine andere Wahl, als mit seiner Regierung zusammenzuarbeiten – und seine schlimmsten Impulse so gut es geht zu mäßigen. Ein Gastbeitrag.

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          Trump ist nachweislich ein Desaster, aber das heißt nicht, dass er verschwinden wird. Wir brauchen kompetente Leute in seiner Regierung, die genügend Kontrolle ausüben, um uns vor dem Absturz zu bewahren.

          Das wichtigste intellektuelle Plädoyer für Donald Trumps Kandidatur, sofern es dies denn überhaupt geben kann, war ein Essay mit dem Titel „Die Flug-93-Wahl“, der im vergangenen September in der „Claremont Review of Books“ erschien.

          Der Autor verwendete als Pseudonym den Namen des römischen Soldaten Publius Decius Mus, der berühmt wurde, weil er sich in der Schlacht selbst opferte, und der Artikel setzte das Amerika des Jahres 2016 mit dem am 11. September 2001 entführten und zum Absturz gebrachten United-Airlines-Flugzeug gleich. Nach einer Aufzählung beunruhigender Erscheinungen – „Verbrechen“, „ein riesiger, teurer, zudringlicher, außer Kontrolle geratener Staatsapparat“, „politisch korrekter McCarthyismus“ und so weiter – erklärte Decius den Konservativen, sie hätten keine andere Wahl, als Trump zu unterstützen, so sehr sie sein Temperament, seine Art zu reden und das, was man seine Ideologie nennen könne, auch ablehnten.

          Decius forderte die Konservativen auf, wie die heldenhaften Passagiere des Flugs 93, die ihr Schicksal in einer lebensgefährlichen Lage selbst in die Hand nahmen, mit ihm gemeinsam einen letzten Versuch zu unternehmen und das Land vor den Progressiven zu retten: „Stürmt das Cockpit oder sterbt!“

          Ganz im Sinne seines Vergleichs versprach Decius nicht, Trump werde die Katastrophe abwenden, sondern nur, sie werde mit Sicherheit kommen, wenn Hillary Clinton gewählt würde. Der Artikel ist ein Beispiel für das apokalyptische Denken, das die amerikanische konservative Bewegung in den Obama-Jahren erfasste – eine totalisierende Politik, die ihre demokratische Opposition als existenzielle Bedrohung darstellte. Viele Amerikaner müssen ähnlich gedacht haben, denn unerwartet gewann Trump die Wahl, und Decius, inzwischen als Michael Anton enttarnt (der früher Reden für Rudy Giuliani, George W. Bush und Rupert Murdoch geschrieben hat), ist heute Mitglied des Nationalen Sicherheitsrats.

          Interessen des Landes über korrupte Wünsche stellen

          Antons Argumentation war eine Übertreibung. Und sie war scheinheilig. Denn wenn eine Kandidatur eine existenzielle Bedrohung für die amerikanische Republik darstellte, war es nicht die wenig aufregende, vorhersagbare, links der Mitte angesiedelte Kontinuität, für die Hillary Clinton stand, sondern der draufgängerische, impulsive, populistische Bruch, den Trump versprach. Mit anderen Worten: Der „Flug-93-Augenblick“ ist jetzt.

          Im realen Leben wie in Antons Metapher sind einzelne Menschen aufgefordert, zum Wohle des Landes Risiken einzugehen, indem sie einen gefährlichen Menschen von der Macht entfernen. Jetzt aber, da Trump Präsident ist (und einmal abgesehen von der unwahrscheinlichen Möglichkeit, dass er seines Amtes enthoben oder zum Rücktritt gezwungen wird), ist es wichtig, dass er im Cockpit von kompetenten, erfahrenen, patriotischen Leuten umgeben ist, die anders als ihr Oberbefehlshaber die Interessen des Landes über ihre egoistischen und korrupten Wünsche stellen. Falls es ihnen möglich ist, müssen sie ihn von den Schalthebeln der Macht wegzerren – vielleicht indem sie ihn überreden, weitgehend nur noch ein zeremonieller Präsident zu sein. Im schlimmsten Fall könnten sie wenigstens den von Trump angerichteten Schaden möglichst klein halten. Letztlich ist es besser, dass sie da sind, als dass Trump allein flöge. Deshalb ist es bedauerlich, dass manche Kommentatoren hochrangige Mitglieder der Regierung auffordern, von ihren Ämtern zurückzutreten.

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