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Streit mit Bob Corker : Republikaner warnt Trump vor „Drittem Weltkrieg“

  • Aktualisiert am

Bob Corker spricht am 7.September 2017 im Kapitol in Washington mit Journalisten. Bild: Reuters

Eigentlich braucht Trump den Senator Bob Corker noch. Doch nun nimmt Amerikas Präsident den mächtigen Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses unter Feuer. Der Republikaner reagiert mit außerordentlich scharfem Tadel.

          Der einflussreiche republikanische Senator Bob Corker hat Amerikas Präsident Donald Trump vorgeworfen, er riskiere mit rücksichtslosen Drohungen gegen andere Länder, die Vereinigten Staaten „auf den Weg in den Dritten Weltkrieg" zu führen. Corker spielte damit wohl auch auf Trumps wiederholte massive Drohungen gegen Nordkorea an.

          Der Präsident verhalte sich wie in seiner früheren Reality-Show „The Apprentice“, sagte Corker am Sonntag der „New York Times“. Trump bereite ihm Sorgen – und er sollte „jeden beunruhigen, dem unsere Nation am Herzen liegt“, sagte der Senator. Er wisse, dass es im Weißen Haus jeden einzelnen Tag darum gehe, ihn einzudämmen.  

          In einer außergewöhnlich offenen Fehde hatten sich Corker und Trump, die derselben Partei angehören, zuvor bereits einen Schlagabtausch über Twitter geliefert. Corker ist Vorsitzender des wichtigen Auswärtigen Ausschusses des Senats. Trump hatte am Sonntag in dem Kurznachrichtendienst Breitseiten gegen Corker abgefeuert, nachdem dieser mitgeteilt hatte, dass er bei der Kongresswahl im November 2018 nicht abermals kandidiere.

          Corker reagierte prompt. „Es ist eine Schande, dass das Weiße Haus eine Tagesbetreuung für Erwachsene geworden ist", twitterte Corker. „Jemand hat offensichtlich heute Morgen seine Schicht versäumt.“

          Trump hatte zuvor unter anderem getwittert, dass Corker darum „gebettelt“ habe, dass er, Trump, sich für seine Wiederwahl stark mache. Das habe er aber abgelehnt und Corker habe daher auf eine abermalige  Kandidatur verzichtet und dies damit begründet, „dass er ohne meine Unterstützung nicht gewinnen kann“. Er, Trump, habe auch „Nein, danke“ zu Corkers Ersuchen gesagt, Außenminister zu werden.

          Corker sei auch weitgehend für den „horrenden“ Atomdeal mit Iran verantwortlich, so der Präsident weiter. Er bezog sich dabei auf die Multi-Staaten-Vereinbarung, die Teheran im Gegenzug zur Aufhebung internationaler Sanktionen zur Begrenzung seines Atomprogramms verpflichtet.

          Die Fehde ist für Präsident Trump ein gefährliches Unterfangen. Bislang ist es ihm nicht gelungen, ein bedeutendes, großes politisches Projekt durch den Kongress zu bekommen. Sein zentrales Wahlversprechen, Obamacare abzuschaffen, hat er bislang nicht einlösen können.

          Für die avisierte große Steuerreform ist er auf die hauchdünne Mehrheit seiner Partei im Senat angewiesen. Stellt sich Corker quer, verfügen die Republikaner nur noch über eine Stimme mehr als die Demokraten. Die Chancen, dass der  mächtige Senator aus Tennessee weitere Senatoren auf seine Seite ziehen könnte, stehen nicht schlecht.

          Sollte Trump den Kongress mit der Frage befassen, ob der Atomvertrag mit Iran effektiv beseitigt wird und Teheran abermals Sanktionen auferlegt werden, kommt Corker als Vorsitzendem des Auswärtigen Ausschusses ebenfalls eine Schlüsselrolle zu.

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