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Donald Trump : Video mit vulgären Bemerkungen über Frauen aufgetaucht

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Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump Bild: dpa

In einer elf Jahre alten Aufnahme prahlt der republikanische Präsidentschaftskandidat damit, Frauen unsittlich zu berühren. Sogar ein Parteifreund sagt, ihm sei übel von den Äußerungen. Trump reagiert mit einer Videobotschaft.

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          Mit vulgären und abwertenden Äußerungen über Frauen hat der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump im amerikanischen Wahlkampf abermals für Aufregung und Empörung gesorgt. In einem Video aus dem Jahr 2005, das von der „Washington Post“ am Freitag veröffentlicht wurde, ist Trump mit lüsternen und sexuell aggressiven Aussagen zu hören.

          Mit drastischen Worten beschreibt Trump in der Aufnahme, wie er versuchte, eine verheiratete Frau zu verführen. Außerdem brüstet er sich damit, wie er seine Bekanntheit ausnutzt, um Frauen zu küssen und unsittlich zu berühren. „Ich fange einfach an, sie zu küssen. Ich warte nicht einmal“, sagte er. „Wenn du ein Star bist, dann lassen sie dich ran“, fügte er hinzu. „Grab them by the pussy, you can do anything“, ist im englischen Original zu hören. Die Aufnahme ist nach Angaben der „Washington Post“ vor einem Auftritt Trumps in einer Fernsehserie entstanden – nur wenige Monate nach Trumps Hochzeit mit Melania, seiner dritten Ehe.

          Trumps demokratische Rivalin Hillary Clinton twitterte, das Video sei erschreckend: „Wir dürfen nicht zulassen, dass dieser Mann Präsident wird.“

          Trump ließ erklären, das sei „Umkleidekabinen-Gerede“ gewesen: „Ich entschuldige mich, falls sich jemand verletzt fühlt“, teilte Trump in einer Erklärung mit. Ex-Präsident Bill Clinton habe zu ihm auf dem Golfplatz einst weit Schlimmeres gesagt. Später meldete sich Trump in einer Videobotschaft zu Wort. „Ich habe es gesagt. Es war falsch. Ich entschuldige mich“, sagte Trump. „Ich verspreche, in der Zukunft ein besserer Mensch zu sein“, sagte der Immobilien-Milliardär, der schon in der Vergangenheit mehrfach mit chauvinistischen Kommentaren aufgefallen war. „Ich habe törichte Dinge gesagt.“ Er habe zwar nie behauptet, eine perfekte Person zu sein. Das Gesagte sei aber nicht typisch für ihn.

          Paul Ryan, als Sprecher des Repräsentantenhauses der ranghöchste gewählte Politiker seiner Partei, sagte, ihm sei übel von den Bemerkungen. Einen für Samstag geplanten gemeinsamen Wahlkampftermin werde er ohne Trump wahrnehmen. Reince Priebus, der Vorsitzende des Parteigremiums Republican National Committee, sagte, über keine Frau sollte jemals mit solchen Worten gesprochen werden.

          Priebus kritisierte auch die demokratische Kandidatin, nachdem die Enthüllungsplattform Wikileaks angebliche Auszüge aus bezahlten Reden Clintons für Unternehmen veröffentlicht hatte. Den Texten zufolge spricht sie an einer Stelle von der Notwendigkeit, zu Themen eine öffentliche und eine private Position zu haben. Ein Sprecher des Clinton-Lagers wollte nicht sagen, ob die Dokumente echt sind. In der Vergangenheit habe es bei solchen Veröffentlichungen auch Fälschungen gegeben, sagte er.

          Die beiden Präsidentschaftskandidaten kommen am Sonntagabend zu ihrem zweiten TV-Duell zusammen. In der ersten Debatte hatte Clinton ihrem Rivalen sexistische Äußerungen vorgeworfen. In der jüngsten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos führt Clinton mit fünf Prozentpunkten vor Trump. Damit ist der Abstand zwischen der ehemaligen Außenministerin und dem Geschäftsmann in den wöchentlichen Erhebungen seit Anfang September faktisch gleich geblieben. Der am Freitag veröffentlichten Umfrage zufolge würden gegenwärtig 43 Prozent der wahrscheinlichen Wähler für Clinton und 38 Prozent für Trump stimmen.

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