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Ehemaliger Chefstratege : Der tiefe Fall des Steve Bannon

  • -Aktualisiert am

Der ehemals wichtigste Berater von Donald Trump, Steve Bannon, arbeitet jetzt gegen seinen früheren Chef. Bild: AFP

Donald Trump verstößt Steve Bannon – seinen Mann an der rechten Basis. Die könnte am Ende dennoch zum Präsidenten halten, denn nur mit ihm kann sie ihre Ziele verwirklichen.

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          Loyalität ist Donald Trumps großes Thema – und Steve Bannon hat nun alle roten Linien überschritten. In einem neuen Buch des Journalisten Michael Wolff wirft Bannon der Kampagne von Donald Trump Verrat vor, weil sich Donald Trump Jr., Jared Kushner und Paul Manafort mit Russen trafen.

          Es dauerte nicht lange, bis das Weiße Haus auf die Vorabveröffentlichungen reagierte. „Steve Bannon hat nichts mit mir oder meiner Präsidentschaft zu tun. Als er gefeuert wurde, hat er nicht nur seinen Job verloren, sondern auch seinen Verstand,“ erklärte Donald Trump schriftlich. Deutlicher kann man jemanden kaum verstoßen.

          „Sofort das FBI anrufen“

          Wenn die Zitate in Wolffs Buch „Fire and Fury“ stimmen, dann hat Steve Bannon eine bemerkenswerte Kehrtwende vollzogen. Im vergangenen Jahr bezeichnete er die Vorwürfe, Trumps Team habe mit Russen zusammengearbeitet, noch als bösartige Erfindungen. Nun greift er Donald Trump Jr. scharf dafür an, dass der auf das Angebot der Russen einging, „Dreck“ über Hillary Clinton zu liefern. Das Treffen mit der Anwältin Natalia Wesselnitzkaja im Wahlkampf hätte nie stattfinden dürfen, meint Bannon nun. Mehr noch: es sei Verrat gewesen. „Auch wenn man nicht findet, dass das Verrat war, oder unpatriotisch, oder schlimmer Mist – und ich glaube zufällig, dass es all das war – hätte man sofort das FBI anrufen müssen,“ so Bannon in dem Buch. Ausserdem sei es unwahrscheinlich, dass der Kandidat Donald Trump nicht an dem Treffen beteiligt war.

          Die Ermittlungen in der Russland-Affäre hält Bannon laut dem Journalisten Wolff dementsprechend nun doch für gefährlich. „Sie werden Don Jr. im Fernsehen aufschlagen wie ein Ei“, sagte Bannon voraus. Die Untersuchung werde sich am Ende um Geldwäsche drehen, und das sei auch der Weg, Trump zu schaden. „Es geht um die Deutsche Bank und den ganzen Kushner-Mist. Der Kushner-Mist ist klebrig,“ wird Bannon zitiert.

          Donald Trump soll sich am Mittwoch mit wenig anderem als mit der neuen Krise befasst haben. Stundenlang soll er mit Vertrauten diskutiert und dann seine Erklärung diktiert haben. „Jetzt, wo Steve auf sich allein gestellt ist, merkt er, dass Gewinnen nicht so einfach ist, wie es bei mir aussieht“, hieß es darin – eine Anspielung auf die verlorene Wahl in Alabama, die Bannon geschwächt hat. „Steve hatte sehr wenig mit meinem historischen Sieg zu tun,“ erklärte Trump. „Steve repräsentiert nicht meine Basis, ihm geht es nur um sich selbst.“

          Vom Chefstrategen zum nachrangigen Mitarbeiter

          Bei Bannons Abgang aus dem Weißen Haus im August 2017 hatte sich das noch ganz anders angehört: beide Männer wollten den Eindruck erwecken, dass es sich um eine einvernehmliche Trennung handelte. Der „Breitbart“-Chef hatte zwar erst seit dem Sommer 2016 einen offiziellen Posten im Wahlkampfteam, galt aber schon länger als einer der einflussreichsten Männer um Trump. Im Weißen Haus wollte er sich vor allem um programmatische Arbeit im Interesse der rechten Basis kümmern.

          Nach seinem Abschied sagte Bannon, er werde ohne die Fesseln seines offiziellen Jobs nun viel schlagkräftiger sein und den Kampf gegen das Washingtoner Establishment führen. Zuletzt schwenkte Trump bei der Senats-Nachwahl in Alabama um und unterstützte Bannons Kandidaten Roy Moore. Nach Moores Wahlniederlage kühlte das Verhältnis zwar ab. Doch alles sah danach aus, als würde sich Trump bei passenden Gelegenheiten Bannons Unterstützung zunutze machen, aber im Interesse seiner Regierungsarbeit auch eine gewisse Distanz zu seinem ehemaligen Chefstrategen wahren können. Trump und Bannon hielten nach wie vor Kontakt.

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