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Besuch in Washington : Trump und Bolsonaro „Seite an Seite“

  • -Aktualisiert am

Jair Bolsonaro und Donald Trump Bild: Reuters

Bei ihrem ersten Treffen bieten Trump und Bolsonaro ein Bild der Einigkeit. Die gemeinsamen Werte, die sie betonen, decken sich in vielem mit der Agenda der Rechten in den Vereinigten Staaten und Brasilien.

          Der „Trump der Tropen“ wird Jair Bolsonaro bereits jetzt genannt. Und bei seinem ersten Besuch in Washington sparte Brasiliens Präsident nicht mit Lob für den amerikanischen Amtskollegen. Trump werde ganz sicher im Jahr 2020 wieder gewählt, sagte Bolsonaro. Die Vereinigten Staaten und Brasilien stünden „Seite an Seite“, wenn es darum gehe, „Freiheiten und den Respekt vor traditionellen familiären Lebensweisen“ zu wahren und sich im Respekt vor Gott gegen „die Gender-Ideologie oder politisch korrekte Ansichten und gegen Fake News“ zu verteidigen. Trump sagte später: „Ich war sehr stolz darauf zu hören, dass der Präsident den Begriff Fake News benutzte.“ Erst am Dienstagmorgen hatte er bei Twitter die „Fake News“-Medien wieder einmal den „Feind unseres Volkes und unseres Landes“ genannt.

          Bei der gemeinsamen Pressekonferenz revanchierte sich Trump für die Lobeshymnen. Der amerikanische Präsident bezeichnete Brasilien nicht nur als einen der wichtigsten Verbündeten außerhalb der Nato. Trump sagte auch, er sei offen dafür, eine volle Nato-Mitgliedschaft des Landes zu diskutieren – obwohl Brasilien die Kriterien dafür nicht erfüllt.

          Trump lobte die „unglaubliche“ Kampagne, mit der Bolsonaro in Brasilien an die Macht kam und sagte, er fühle sich durch Vergleiche mit seinem Wahlkampf 2016 geehrt. Beide Länder hätten nun eine „phantastische“ Beziehung vor sich und seien sich in vielen Fragen einig.

          „Brasilien zuerst und Gott über allem“

          Beide Präsidenten appellierten nochmals an das Militär in Venezuela, Staatschef Nicolás Maduro die Gefolgschaft zu verweigern. Brasilien und die Vereinigten Staaten hatten den Oppositionschef Juan Guaidó als legitimen Nachfolger Maduros anerkannt. Trump bekräftigte zum wiederholten Male, „alle Optionen“ für den Umgang mit der Krise in Venezuela lägen auf dem Tisch.

          Bolsonaro war mit einem halben Dutzend Ministern in Washington zu Gast. Sein Ziel war es, die wirtschaftliche und militärische Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten auszubauen. Eine der neuen Abmachungen betrifft Brasiliens Alcantara-Weltraumbasis, die die Amerikaner nutzen können. Brasilien kündigte auch an, die Visumspflicht für amerikanische Touristen abzuschaffen. Trump will Staatsbürger aus dem Land im Gegenzug in das „Trusted Traveler“-Programm aufnehmen, wodurch sie einfacher in die Vereinigten Staaten einreisen könnten.

          Der herzliche Empfang für Bolsonaro war ein weiteres Beispiel dafür, wie Trump rechtsnationalistische und autokratische Machthaber unterstützt, die sich mit ihm in Fragen wie der Einwanderungspolitik einig sind. Wie so oft war auch zu beobachten, dass dem amerikanischen Präsidenten gute persönliche Beziehungen zu anderen Staatsoberhäuptern wichtiger sind als gewachsene Bündnisse und internationale Verträge. Trump umwarb mit Bolsonaro einen Präsidenten, dessen Positionen noch weiter rechts sind als seine eigenen.

          Bolsonaro, der seit dem 1. Januar im Amt ist, hatte mit dem Slogan geworben: „Brasilien zuerst und Gott über allem“. Auch er machte im Wahlkampf rassistische und sexistische Aussagen. Bolsonaro ging dabei sogar noch wesentlich weiter als Trump und sagte vor einigen Jahren zum Beispiel, er wäre unfähig, einen homosexuellen Sohn zu lieben und würde es vorziehen, wenn dieser tödlich verunglückte. Über eine Politikerin sagte er als Abgeordneter, sie sei „zu hässlich“ um vergewaltigt zu werden.

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