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Präsidentenwahl 2020 : Retten die Latinos Donald Trump?

  • -Aktualisiert am

Ein Mann mit einem Plakat vor dem Beginn einer Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump im Mai 2016 in Anaheim Bild: AP

Die Republikaner werben verstärkt um Menschen mit familiären Wurzeln in Lateinamerika. Diese Wähler sollen sich nicht mit jenen Einwanderern solidarisieren, die ohne Papiere ins Land kommen.

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          Donald Trump lässt dieser Tage keine Gelegenheit aus, um seine harsche Strategie an der südlichen Grenze zu vermarkten: „Unser Land ist VOLL!“ twitterte er am Sonntag, nachdem er den Abschied von Heimatschutz-Ministerin Kirstjen Nielsen verkündet hatte. Gleichzeitig umwerben der Präsident und die republikanische Partei die Latinos als Wähler. In den vergangenen Wochen begann die Partei mit einer gezielten Kampagne für Trumps Wiederwahl auf spanisch. Besonders in Florida soll Fernsehwerbung die Menschen mit Wurzeln in Lateinamerika für Trump einnehmen. Kürzlich diskutierten auch wichtige Spender in seinem Golfclub Mar-a-Lago, wie man besonders Minderheiten ansprechen könne.

          Im Januar jubelte Trump bei Twitter: „Wow, ich hörte gerade, dass meine Umfragewerte bei Hispanics von 19 auf 50 Prozent gestiegen sind. Das liegt daran, dass sie das Problem an der Grenze besser kennen als irgendjemand sonst. Und sie wollen Sicherheit, die nur mit einer Mauer erreicht werden kann.“ Trump bezog sich auf Zahlen der öffentlich-rechtlichen TV- und Radiosender PBS und NPR. Demnach waren im Januar 50 Prozent der Menschen mit familiären Wurzeln in Lateinamerika zufrieden mit Trumps Arbeit – im Dezember waren es nur 19 Prozent gewesen. Dies war eine der wenigen Umfragen, die der Präsident gut fand – andere kommen zu anderen Ergebnissen. „Die ganzen negativen Umfragen sind Fake News“, behauptete er zum Beispiel im Dezember 2017.

          Je nach Umfrageinstitut wählten bei den Kongresswahlen 2018 letztlich zwischen 69 und 73 Prozent der 29 Millionen wahlberechtigten Latinos die Demokraten. Sie machen 12,8 Prozent der Wahlberechtigten aus. Ihre Wahlbeteiligung erreichte im vergangenen November vielerorts Rekordwerte. Laut dem Senat gibt es nun 46 hispanische Kongressmitglieder, die meisten davon sind Demokraten. Trump gewann 2016 28 Prozent der Stimmen von Latinos im ganzen Land und 35 Prozent in Florida.

          Mehr als 59 Millionen Menschen mit familiären Wurzeln in Lateinamerika leben insgesamt im Land, mindestens acht Millionen davon ohne gültige Aufenthaltserlaubnis. Latinos stellen eine der am stärksten wachsenden Bevölkerungsgruppen. Die meisten lebten 2017 in sechs Bundesstaaten: Kalifornien, Texas, Florida, New York, Arizona und Illinois. Das „Pew Research Center“ fand im vergangenen Jahr heraus, dass etwa die Hälfte der Latinos denkt, ihre Situation habe sich seit Trumps Amtsantritt verschlechtert. Viele machen sich Sorgen um drohende Abschiebungen von Verwandten und Freunden – 55 Prozent gaben an, davor Angst zu haben und 67 Prozent sagten, die jetzige Regierung sei schädlich für sie. Trump bezeichnete Mexikaner im Wahlkampf 2016 als Vergewaltiger, er beendete das „DACA“-Programm für Menschen, die als Kinder von illegalen Einwanderern ins Land gekommen waren und er trennte eine nie zuvor dagewesene Zahl von Kindern an der Grenze von ihren Eltern. Die Frustration über diese Politik und die Angst, dass es zu Massenabschiebungen kommt, machte sich auch bei des Kongresswahl bemerkbar.

          Bei der Wahl 2020 wollen es die Republikaner besser machen – und das soll funktionieren, indem sie den konservativen Teil der Latinos besser mobilisieren als bislang. Diejenigen, die legal im Land sind oder die amerikanische Staatsbürgerschaft haben, sollen sich nicht mit den „Illegalen“ solidarisieren – die Republikaner setzen auf das Gegenteil.

          Wähler mit lateinamerikanischen Wurzeln sind eine vielfältige Gruppe, wenn es um ihr Stimmverhalten geht. Exilkubaner wählen beispielsweise besonders häufig die Republikaner, während Puertoricaner den Demokraten zuneigen. Latinos werden dennoch in Wahlumfragen in einen Topf geworfen. Dabei kommt es für ihre politischen Entscheidungen oft darauf an, welcher sozialen Schicht sie im Heimatland angehörten und aufgrund welches politischen Wechsels sie ihr Land verließen. Flüchtlinge vor dem faschistischen Pinochet-Putsch 1973 in Chile hatten nicht viel mit den Exilkubanern in Miami gemeinsam, auch wenn Wahlforscher sie und ihre Nachkommen als eine Gruppe aufführen. „Es hat schon immer eine zutiefst konservative Basis unter Menschen mit hispanischer Abstammung gegeben, die ihre religiösen und politischen Traditionen über Generationen hinweg weiter vererben. Diese Menschen haben den Präsidenten von Anfang an unterstützt – ihm selbst war das bislang nur nicht sehr bewusst“, kommentierte die Zeitung „Al Día“, die in Philadelphia erscheint und deren Leser hauptsächlich Latinos sind. Zuletzt umwarb Trump bei einem Besuch den autoritären brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro – auch das ein Signal an rechtsgerichtete Einwanderer aus Südamerika.

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