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Trump beginnt Wahlkampf : Eigenlob, Attacken und ein paar Witze

  • -Aktualisiert am

Donald Trump startet im Amway Center in Orlando seinen Wahlkampf für 2020. Bild: Reuters

Beim offiziellen Wahlkampfauftakt in Florida kämpft Donald Trump in gewohnt selbstherrlicher Manier gegen die Negativmeldungen der vergangenen Tage – und behauptet, eine der wichtigsten Bewegungen der Neuzeit begründet zu haben.

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          Eigentlich macht Präsident Donald Trump schon seit Monaten Wahlkampf, aber in der Amway Arena in Orlando wollte er alle seine bisherigen Jubel-Massenveranstaltungen noch einmal toppen. Beim offiziellen Wahlkampfauftakt für 2020 verbreiteten die Organisatoren demonstrativ Optimismus.

          Die Anhänger sollten feiern – vor der Veranstaltung gab es den ganzen Tag eine Party, die manch einen an ein Musik-Festival erinnerte. Und ähnlich wie die Fans von Rockstars verteidigten auch bei Trump Hunderte seit dem Morgengrauen ihren Platz in der Schlange, um einen von 20.000 Plätzen zu ergattern.

          Drinnen stimmten sie dann die bekannten Sprechchöre an – immer wieder skandierten die Anhänger des Präsidenten „Trump, Trump, Trump“ und „USA, USA“. Auch das vertraute „Lock her up“, „Sperrt sie ein“, fehlte nicht, das sich immer noch auf die längst besiegte Lieblingsfeindin Hillary Clinton bezieht.

          Als Einpeitscher dienten dem Präsidenten vor seinem Auftritt Sohn Donald Trump jr. und Vizepräsident Mike Pence. Pence versuchte wieder einmal das Kunststück der rhetorischen Staats- und Regierungsferne. Vier weitere Jahre Trump, das werde nicht nur bedeuten, dass man für „mehr Jobs“ und für mehr Richter-Ernennungen sorgen könne, es heiße auch, dass Trump mindestens vier weitere Jahre Zeit habe, den „Sumpf“ in Washington „trocken zu legen“.

          Nachdem der Präsident schließlich unter lautem, anhaltendem Jubel die Bühne betreten hatte, setzte er auf die vertrauten Zutaten seiner Kampagnen-Auftritte: harte, nicht selten beleidigende Angriffe auf den politischen Gegner, Übertreibungen, wenn es um eigene Erfolge geht – und einen mehr als großzügigen Umgang mit der Wahrheit. Diesmal geriet die Show allerdings noch etwas größer und angeberischer als sonst. „Nichts daran war normal, aber es war eine fesselnde Show“, kommentierte etwa das Magazin „Politico“.

          Trump wollte seinen Fans und seinen Gegnern vor allem signalisieren, dass er siegessicher ist – und dass er seine politischen Projekte in weiteren vier Jahren umsetzen könne. Der Präsident betonte die vermeintlichen Erfolge seiner Regierung. Die gegenwärtige günstige Wirtschaftslage schrieb er allein seiner Deregulierungspolitik zu, auch wenn sie nach Meinung vieler Fachleute auf eine Vielfalt von Ursachen zurückgeht, die zum Teil vor Trumps Amtszeit liegen.

          Ungeachtet der Negativschlagzeilen der vergangenen Tage und der anhaltenden Kritik am Umgang besonders mit Einwandererkindern lobte Trump sich auch für seine Migrationspolitik, die den „illegalen“ Immigranten und ihren Herkunftsländern endlich „Respekt“ eingeflößt habe.

          Wie bei anderen Gelegenheiten arbeitete der Präsident sich aber auch an seinen Gegnern ab – und an allem, was seine bisherige Zeit im Amt schwerer gemacht habe. Die Demokraten nannte er einen „wütenden, linken Mob“. Die Wahl 2020 werde ein „Urteil über das unamerikanische Verhalten derer sein, die versucht haben, die amerikanische Demokratie zu untergraben, Euch zu untergraben“, rief Trump unter lautem Jubel.

          Ausführlich beklagte er sich über die andauernden Untersuchungen gegen ihn im Kongress. Dabei werde mit zweierlei Maß gemessen, kritisierte der Präsident und verglich sich mit der Demokratin Hillary Clinton. Die sei zu nachsichtig behandelt worden, als es um die Nutzung ihres privaten E-Mail-Servers während ihrer Zeit als Außenministerin ging: „Wenn ich eine E-Mail löschen würde, wie zum Beispiel einen Liebesbrief an Melania, dann wäre es gleich der elektrische Stuhl für Trump“, witzelte er.

          Doch man merkte ihm die Wut über die anhaltenden Ermittlungen der Kongress-Ausschüsse an. Am Mittwoch soll Trumps ehemalige Kommunikationschefin Hope Hicks unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Justizausschuss des Abgeordnetenhauses aussagen. Und laut einer neuen Marist/NPR-Umfrage befürworten 52 Prozent der Amerikaner nicht nur die Kongress-Untersuchungen – sie würden es auch gut finden, wenn die Abgeordneten ein Amtsenthebungsverfahren zumindest formell einleiteten.

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